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Bestellung und Vereidigung bei den Handwerkskammern Wie wird man Sachverständiger im Handwerk?

Kommt es zu Uneinigkeiten zwischen Handwerkern und ihren Kunden, kann oft ein Gutachten über die erbrachte Leistung, das gelieferte Produkt oder über den Preis bei der Streitschlichtung weiterhelfen. Erstellt werden derartige Gutachten von Sachverständigen, die selbst aus dem Handwerk kommen. Doch wie wird man öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger?

Der Gesetzgeber hat in der Handwerksordnung den Handwerkskammern unter anderem die Aufgabe übertragen, Sachverständige zu bestellen und zu vereidigen. Die Sachverständigen helfen, kostspielige Gerichtsverfahren zu vermeiden und zu einer für alle Beteiligten annehmbaren Regelung zu kommen. Zu finden sind die öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen über eine bundesweite Datenbank. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Sachverständigenwesen im Handwerk im Überblick:

Wie wird man öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger?

Die Voraussetzungen sind in der Sachverständigenverordnung festgelegt. Danach muss der Bewerber grundsätzlich in der Handwerksrolle, im Verzeichnis der zulassungsfreien Handwerke oder der handwerksähnlichen Gewerbe eingetragen sein. Daneben muss vor allem seine besondere Sachkunde nachweisen.

Wie kann dieser Sachkundenachweis erbracht werden?

Hierzu hat der Bewerber neben Seminaren eine Prüfung beim jeweiligen Fachverband abzulegen. In dieser hat der Bewerber insbesondere die Fähigkeit unter Beweis zu stellen, dass er auch schwierige fachliche Problemstellungen schriftlich und mündlich in verständlicher und nachvollziehbarer Weise darstellen kann.

Was genau macht der Sachverständige?

Der Sachverständige unterstützt mit seinem Gutachten den Richter, ein fachlich richtiges Urteil zu fällen. Im Wesentlichen wird er vom Gericht per Beweisbeschluss mit der Frage konfrontiert, ob der behauptete Mangel vorliegt und – wenn ja – worauf er zurückzuführen ist, wie und mit welchen Kosten der Mangel beseitigt werden kann. Möglich ist natürlich auch, einen Sachverständigen außergerichtlich als Privatgutachter heranzuziehen.

Hat der Sachverständige auch bestimmte Regeln einzuhalten?

Selbstverständlich. Zu den Hauptpflichten gehört, das Gutachten unparteiisch zu erstatten, das heißt absolut unabhängig von den Interessen seines Auftraggebers.

Wie lange kann man als öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger tätig sein?

Der Sachverständige wird zunächst für fünf Jahre  bestellt. Nach Ablauf dieser Zeit wird eine erneute Bestellung vorgenommen, sofern die Bestellungsvoraussetzungen weiterhin vorliegen und der Sachverständige seiner Fortbildungsverpflichtung nachgekommen ist. dhz

Weitere Informationen finden Sie auf den Internetseiten der in der Rubrik Sachverständige. Die bundesweite Sachverständigendatenbank finden Sie hier.>>>

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