Die Beiträge bei einigen privaten Krankenversicherungen steigen stetig. Steigerungen von zehn oder sogar zwanzig Prozent sind keine Seltenheit. Um die Beiträge zu senken, können Versicherte selbst tätig werden. Die Möglichkeiten im Überblick.

Die Preisspirale bei einigen privaten Krankenversicherungen rotiert. Damit erreichen die monatlichen Gesundheitskosten schwindelerregende Höhen. Kündigen ist in der Regel aber keine gute Idee.
Durch ein höheres Alter hat man auch beim neuen Versicherer meist eine hohe Prämie zu erwarten, zusätzlich gehen die Altersrückstellungen verloren und die Rückkehr in die gesetzliche Kasse ist meist auch nicht möglich. Aber es gibt Möglichkeiten, die Prämien zu drücken.
Zusatzkosten ausschließen
Wer in seinem Vertrag wie in einer Art Baukasten verschiedene Leistungen kombiniert hat, sollte darüber nachdenken, ob er bestimmte Leistungen in Zukunft herausnimmt, um Prämie zu sparen. So kann der Verzicht auf die Unterbringung im Einzelzimmer eine Prämienersparnis von zehn bis fünfzig Euro im Monat ausmachen. Aber Leistungskürzungen sollten nicht dazu führen, dass man den Schutz der privaten Versicherung ganz aufgibt.
Es gibt bei den einzelnen Versicherungsgesellschaften nicht nur den einen Tarif, in dem man versichert ist. Die meisten Versicherungen bieten verschiedene Tarifmodelle an, deren Leistungsumfang auch sehr weit auseinandergeht.
Ein Wechsel in einen anderen Tarif kann immer dann sinnvoll sein, wenn man dort für weniger Prämie zumindest teilweise vergleichbare Leistungen bekommt. Möglich ist das durchaus, man sollte nur darauf achten, nicht um der Prämienersparnis Willen in einem Billigtarif zu landen, dessen Leistungen gerade einmal auf dem Niveau der gesetzlichen Kassen sind.
Mehr selber zahlen
Ganz wichtig: Ein Wechsel zurück in einen Tarif mit besseren Leistungen ist kaum möglich. Denn wenn man zurück wechseln wollte, darf der Versicherer eine erneute Gesundheitsprüfung verlangen – und die kann zu deftigen Prämienaufschlägen führen.
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Auch ein höherer Selbstbehalt ist eine Option, um die Prämie zu drücken. Versicherte erklären sich damit bereit, für Arztbesuche und Medikamente einen bestimmten Betrag pro Jahr aus eigener Tasche zu zahlen, und im Gegenzug sinkt die Versicherungsprämie.
Sinnvoll ist ein solcher erhöhter Selbstbehalt aber nur, wenn man am Ende weniger Prämie zahlt, obwohl man einen Teil der Medikamente und Arztbesuche aus eigener Tasche zahlen muss. Wer also 300 Euro Selbstbehalt vereinbart, muss im Monat schon mindestens 25 Euro Prämie sparen. Sonst zahlt man in Jahren mit vielen Arztbesuchen drauf.
Beiträge steuerlich geltend machen
Als Rentner kann man sparen, wenn man von der normalen privaten Krankenvollversicherung in den Standardtarif wechselt. Die Ersparnis dabei dürfte in vielen Fällen bis zu dreißig Prozent der jetzigen Prämie ausmachen, dafür sinken die Leistungen aber auch auf das Niveau der gesetzlichen Krankenversicherung ab – ein Schritt, der deshalb gut überlegt sein sollte.
Die gute Nachricht: Seit Beginn des Jahres 2010 können Privatversicherte ihre Beiträge besser steuerlich geltend machen. Absetzbar sind die Kosten, die auf die medizinische Grundversorgung entfallen, also die Absicherung auf dem Niveau der gesetzlichen Kassen. Je nach Tarif sind dann achtzig bis hundert Prozent der Kosten steuerlich absetzbar – die private Versicherung weist den absetzbaren Kostenanteil aus. dapd