Folgen der Finanzkrise Wie sicher ist Ihr Geld?

Die Krise an den Finanzmärkten versetzt viele Anleger in Panik. Wie gefährdet ist Ihr Geld wirklich? Einige wichtige Fragen und Antworten.

Wie sicher ist Ihr Geld?

Werden deutsche Banken auch in den Konkursstrudel gezogen?

Auf diese Frage gibt es keine genaue Antwort. Bereits im vergangenen Jahr konnte die IKB nur durch eine Hilfsaktion des Staates vor einer Pleite gerettet werden. Allerdings findet sich auf der Liste der 30 größten Gläuber der Pleite-Bank Lehman Brothers keine deutsche Bank. Nur die Münchner Rückversicherung ist mit 350 Millionen Euro bei Lehman engagiert.

Welche Folgen hätte eine Pleite einer deutschen Privatbank?

Sollte eine deutsche Privatbank pleitegehen, greift in Deutschland der Einlagensicherungsfonds des Bankenverbandes. Dem Fonds gehören die Deutsche, Commerz-, Dresdner, Hypovereins- und Postbank sowie viele kleinere Banken an. Er wird durch bestimmte jährliche Einlagen der genannten Banken genährt. Dieser Einlagenbetrag orientiert sich an den Kundeneinlagen. Der Fonds sichert das Geld bis zu einer Höhe von 30 Prozent des haftenden Eigenkapitals der jeweiligen Bank ab.

Könnten Sparkassen und Genossenschaftsbanken auch betroffen sein?

Die Sparkassen haben zwölf regionale Stützungstöpfe mit Barmitteln aufgebaut. Gerät eine Sparkasse in Schwierigkeiten, springt der jeweilige Topf der angeschlagenen Bank bei. Laut des Sparkassenverbandes sind so alle Kundeneinlagen in voller Höhe geschützt. Auch die 1.200 Genossenschaftsbanken (Volks-, Sparda-, Raiffeisen- und PSD-Banken) besitzen ein Sicherungssystem, an das sie Beiträge abführen. So sichert der zuständige Verband zu, dass die Kundengelder in voller Höhe abgesichert sind.

Geschützt sind bei allen drei Säulen des Bankensystems – privaten Banken, öffentlich-rechtlichen Kreditinstituten und Genossenschaftsbanken – Einlagen wie das Geld auf dem Girokonto und Sparbuch, Tagesgeld und das Geld das in einem Banksparplan steckt. Zertifkate oder Anleihen der eigenen Bank sind dagegen nicht geschützt.

Zertifikate – soll man sich jetzt von Ihnen trennen?

Im Gegensatz zu Sparbriefen, Fest- oder Tagesgeld unterliegen sie keiner Einlagensicherung. Im Falle einer Insolvenz ist das Geld also nicht geschützt. Den Besitzern der mehr als 200 am deutschen Markt gehandelten Lehman-Zertifikate droht der Totalverlust des Geldes.

Aktienfonds – jetzt verkaufen?

Anleger sollten die Nerven nicht verlieren, raten Vermögensverwalter. Einen guten Europa- oder Weltfonds sollte man halten. Außerdem nehmen Aktienfonds bei einer Insolvenz einer Depotbank keinen Schaden.

Wie sicher ist Tagesgeld?

Tagesgeld ist über die Einlagensicherung geschützt. Aber Vorsicht: Deutsche Sparer sollten sich nicht von besonders hohen Zinsen ausländischer Banken locken lassen, weil diese oft nicht den deutschen Sicherungssystemen angehören.

pc/Quelle: Süddeutsche Zeitung