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Konditormeister Felix Vogel Wie Felix Vogel zum "Rockstar-Patissier" wurde

In der Konditorei Vogel, die am Fuße von Schloss Braunfels liegt, ist die ganze Familie aktiv. Durch alle Altersgruppen hinweg verbindet die Familienmitglieder eine Gemeinsamkeit: Die Leidenschaft für Süßes. Im Elsass profitierte der Jungmeister Felix vom Wissen der ganz Großen.

Schokoladenspezialitäten, feine Törtchen, Pralinen, Macarons oder Hochzeitstorten. Jungmeister Felix Vogel hat im Konditorenhandwerk mehr als nur eine Paradedisziplin. "Mir hat sowas schon immer Spaß gemacht. Bereits als kleines Kind habe ich hinten in der Backstube gesessen und Marzipantierchen geformt", erinnert sich der 27-Jährige. Wenn er über seinen bisherigen Werdegang spricht – und dieser Weg ist mit bekannten Namen und zahlreichen Auszeichnungen gepflastert –, dann ist er vor allem auf seine Familie stolz. Felix Vogel ist begeisterter Konditor in der dritten Generation.

Von der Hingabe des Großvaters und Vaters inspiriert

Für den 27-Jährigen sind sein Großvater und Vater schon immer berufliche Vorbilder gewesen und ziemlich schnell war sicher, dass er nach seinem Abitur in ihre Fußstapfen treten möchte. Sein Lehrmeister fürs Handwerk war jedoch ein anderer. S tarpatissier Daniel Rebert zeigte ihm vier Jahre lang im Elsass, was man über Schokolade, Geschmack, Texturen und Emotionen wissen muss, und bildete ihn erst zum Patissier und anschließend zum Chocolatier aus.

Das war der Startschuss: Felix Vogel ist zu einem Rockstar geworden – denn nicht weniger angesehen ist ein Pâtissier und Chocolatier in Frankreich. Er gewann zahlreiche Wettbewerbe und wurde zum besten Jungpatissier des Elsass 2014 ausgezeichnet. Es folgten drei Jahre als Chefpatissier im Café Richter in München. Als Kursleiter vermittelte er zusätzlich auf Messen für Konditoren und Interessierte neue Wege, um herkömmlichen Rezepten frischen Esprit und spannende Akzente zu verleihen. An der Seite von vier weiteren Spitzenkonditoren, wie Bettina Schliephake-Burchardt, die aus der Fernsehsendung "Das große Backen" bekannt ist, arbeitete Felix Vogel als Mitautor an einem "Törtchen"-Buch, in welchem zwölf seiner kunstvollen Kreationen mit dazugehörigen Rezepten veröffentlicht wurden. Ein weiterer Band zum Thema Schokolade und Confisserie wird im Herbst dieses Jahres erscheinen.

Seit vier Monaten ist Felix Vogel zurück in Braunfels in der Konditorei Vogel, in welcher er seine Leidenschaft für Süßes bereits als Kleinkind entfachte. Nun bringt er im Familienbetrieb im Lahn-Dill-Kreis neue Impulse ein, die unter anderem durch seine Zeit im Elsass geprägt sind. Vor wenigen Wochen sind Macarons in pastelligen Farben zum Bestandteil des übrigen kunstvollen Angebots geworden – und das kommt sehr gut an: "Über 500 Stück haben wir bereits in drei Wochen an die Kunden gebracht", berichtet der Jungmeister. Darüber, dass seine Macarons einen so großen Zuspruch erfahren, freut sich Felix Vogel sehr, denn für ihn ist die Konditorei so viel mehr als das reine Herstellen von Fein- und Süßgebäck.

"Wir produzieren Freude für unsere Gäs te, denn wir kreieren Luxus für jedermann. Jeder kann ein Macaron probieren und so unser Handwerk direkt erleben. Das macht einfach glücklich", erzählt er hinsichtlich seines Berufsverständnisses. An seinem Handwerk begeistere ihn ebenfalls die Möglichkeit, neue Ideen schnell umzusetzen und direkt die Ärmel hochkrempeln zu können und loszulegen. "Von der Idee zum Törtchen – das geht manchmal innerhalb eines Tages. So kann man in kürzester Zeit tolle Ergebnisse erzielen. Das ist auch gut so, denn ich bin ziemlich ungeduldig", verrät Felix Vogel lachend.

Eine Symbiose aus Tradition und Innovation

Eine seiner jüngsten Erfolge: Der Jungmeister hat in Braunfels eine Chocolaterie ins Leben gerufen, in der er Kurse für Hobbykonditoren anbieten möchte. Wo Felix Vogel die Zukunft des Konditorenhandwerks sieht? "Als Grundlage benötigt man Fingerfertigkeit, Wissen und Leidenschaft für sein Handwerk. Diese Eigenschaften gepaart mit moderner Technik, innovativen Vorgehensweisen und neuartigen Konzepten – so kann man tolle Produkte herstellen, die nicht nur eindrucksvoll aussehen, sondern auch einzigartig im Geschmack sind." Zu einem erfolgreichen Handwerk gehöre seiner Meinung nach auch vor allem der Blick über den Tellerrand. Daher wird die Reise in den nächsten Monaten für Felix Vogel und seine Verlobte Keiko Yamamuro in ihr Heimatland Japan gehen, um weitere internationale Einflüsse für das heimische Handwerk zu sammeln.

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