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Wochenangebote direkt aufs Smartphone WhatsApp-Newsletter: Neue Nachricht vom Metzger

Morgens halb neun in Langenpreising. 600 Oberbayern erhalten zeitgleich eine Nachricht auf ihr Smartphone. Absender: Die Metzgerei Haslacher. Mit Leberkäs-Semmeln und Co. zum erfolgreichen WhatsApp-Newsletter.

Wer an einem Donnerstagvormittag durch das oberbayerische Langenpreising spaziert, könnte sich wundern. Wo im einen Moment noch Ruhe herrscht, beginnen plötzlich Smartphones synchron zu klingeln, vibrieren und blinken. Jede Woche spielt sich in der 2.800-Seelen-Gemeinde dieselbe Szene ab. Wer oder was dahinter steckt? Der örtliche Metzger.

Früher veröffentlichte die Metzgerei Haslacher ihr Wochenangebot hauptsächlich als Anzeige in der lokalen Tageszeitung. Vor eineinhalb Jahren entschied sich Inhaber Anton Haslacher für einen weiteren, moderneren Weg. Kunden der Metzgerei können sich seither für den kostenlosen "Haslacher Gourmet-Newsletter" anmelden. Wer sich registriert, erhält einmal pro Woche ein Foto zugeschickt – per WhatsApp direkt aufs Smartphone. Darauf nachzulesen: Die Angebote der Woche, die aktuellen Gerichte von der heißen Theke und ein "Sommelier-Tipp" von Metzgermeister Georg Schmid.

WhatsApp-Newsletter: Mehr Aufmerksamkeit geht kaum

Die Idee zu dem WhatsApp-Newsletter hatte Gerhard Rovan. Der Fachkaufmann für Marketing ist bei der Metzgerei Haslacher verantwortlich für sämtliche Werbemaßnahmen. "Eine Printanzeige wird schnell mal überblättert oder ist bald wieder vergessen", sagt er. Ein Newsletter, der per WhatsApp verschickt wird, bleibt hingegen sichtbar. Auf der App reiht sich die Nachricht zwischen Chats von Freunden und Familie ein. In der Mediengalerie bleibt das Wochenangebot so lange gespeichert, bis es vom Smartphone gelöscht wird. Argumente, die letztlich sowohl den Inhaber der Metzgerei, als auch Verkaufsleiter Schmidt überzeugen konnten.

Schon bald war der Plan in die Tat umgesetzt. Schmid liefert seither die Inhalte, Rovan übernimmt Gestaltung und Versand. "Der WhatsApp-Newsletter ist bisher ein voller Erfolg", freut sich Schmid. Von Kunden erntet er regelmäßig Zuspruch. "Die meisten finden es gut, dass sie die Angebote in aller Ruhe auf dem Smartphone studieren können", berichtet er. Auch der wöchentliche "Sommelier-Tipp" kommt gut an. Je nach Jahreszeit gibt Schmid Tipps für die Grillfeier, macht zur Saison passende Rezeptvorschläge oder erinnert seine Kunden daran, begehrte Fleischwaren rechtzeitig vor den Feiertagen vorzubestellen.

Kostenlose Leberkäs-Semmeln als Lockmittel

Gerhard Rovan

Mehr als 600 Abonnenten haben sich inzwischen für den WhatsApp-Newsletter angemeldet. Rovan bewirbt den Service in der Printanzeige, auf der Homepage, in den sozialen Medien und auf drei TV-Bildschirmen im Verkaufsraum. Beantragt ein Kunde eine Stammkunden-Karte, wird er von den Mitarbeitern des 24-köpfigen Haslacher-Teams ebenfalls auf den Newsletter hingewiesen.

Großen Anteil daran, dass sich das Angebot so schnell herumgesprochen hat, haben aber auch die exklusiven Sonderaktionen. Die Metzgerei verschickt beispielsweise immer wieder Coupons an die Empfänger des Haslacher Gourmet-Newsletters. Wer den Gutschein im Laden vorzeigt, erhält einen gratis Leberkäs-Semmel. Rund 30 bis 40 neue Abonnenten gewinnt die Metzgerei durch Aktionen wie diese hinzu. "Natürlich kommt es vor, dass Leute profitieren wollen, die den Newsletter gar nicht abonniert haben", weiß Schmid. Kunden würden die Coupons an Freunde weiterleiten, die den Newsletter nicht abonniert haben. Dies sei jedoch der einzige Wehrmutstropfen.

Ansonsten fällt das Fazit durchweg positiv aus. "Auf Fortbildungen und Schulungen bin ich schon öfters von anderen Metzgerkollegen auf unseren WhatsApp-Newsletter angesprochen worden", berichtet Schmid. Zwei davon würden inzwischen selbst daran arbeiten, einen solchen Service in ihren Betrieben umzusetzen.

So sieht der WhatsApp-Newsletter der Metzgerei Haslacher aus

"Mehr kann man nicht machen, um sich vor Abmahnungen zu schützen"

Dass es nicht kompliziert ist, kann Rovan bestätigen. Den Versand wickelt der Marketing-Experte über den Dienstleister MessengerPeople (ehemals WhatsBroadcast) ab. Der Service-Anbieter aus München ermöglicht es Rovan, den Newsletter zentral vom PC aus zu steuern. Eine eigene Rufnummer oder ein eigener WhatsApp-Account ist nicht erforderlich. Sämtliche Empfängerdaten liegen bei MessengerPeople. "Wir haben einen ADV-Vertrag mit dem Anbieter geschlossen", erklärt Rovan.

Ebenfalls praktisch: Der Dienstleister bietet seinen Kunden ein "individuell anpassbares Widget für die datenschutzkonforme Anmeldung" an. Dieses hat Rovan auf der Homepage der Metzgerei Haslacher integriert. Wer sich für den "Haslacher Gourmet-Newsletter" anmelden möchte, kann dies nur, wenn er vorher einer entsprechenden Datenschutzerklärung zugestimmt hat. "Mehr kann man nicht machen, um sich vor Abmahnungen zu schützen", sagt Rovan.

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Seinen wöchentlichen Aufwand für den WhatsApp-Newsletter schätzt der Marketing-Experte auf knapp zwei Stunden. "Wir werben nicht damit, dass über den Kanal mit der Metzgerei kommuniziert werden kann", sagt Rovan. Auf diese Weise beschränke sich der Arbeitsaufwand größtenteils auf die Gestaltung der Bilder und den Versand. Einzelne Rückmeldungen habe es aber dennoch schon gegeben. Nachrichten wie "Frohe Weihnachten" und "Es hat sehr gut geschmeckt" seien das gewesen. Fälle, in denen Rovan den Kunden dann doch gerne geantwortet hat.

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