Kommunikation WhatsApp für Unternehmen und Privatkunden: Änderungen angekündigt

Für Unternehmen werden die Chat-Möglichkeiten auf WhatsApp ausgeweitet. Und auch bei privaten Chats soll es bald neue Funktionen geben.

Smartphone mit What's App
Bei WhatsApp soll es in kürze eine Funktion geben, mit der Fotos oder Videos nur einmal angeschaut werden können. - © Aleksei - stock.adobe.com

Facebook setzt den Plan um, seine Apps zur Plattform für den Austausch zwischen Unternehmen und ihren Kunden zu machen. Zu seiner Entwicklerkonferenz F8 Refresh am Mittwoch öffnete das Online-Netzwerk unter anderem die Schnittstelle für Chats bei der Foto-Plattform Instagram für alle Entwickler. Damit können nun Firmen direkt in der App mit ihren Kunden kommunizieren. Facebook demonstrierte als Beispiel, wie man in einer Unterhaltung den Versandstatus prüfen oder die Lieferadresse korrigieren kann.

Einfachere Kommunikation über What's App

Auch bei WhatsApp werden die Möglichkeiten zur Kommunikation mit Unternehmen ausgebaut. Unter anderem können die Firmen in ihren WhatsApp-Chats nun neue Listenansichten mit bis zu zehn auswählbaren Optionen anbieten, damit Antworten seltener per Hand eingetippt werden müssen. Sie können ihren Kunden nun zum Beispiel auch per WhatsApp mitteilen, wann ein Artikel wieder lieferbar ist. Unternehmen sollen ihre WhatsApp-Präsenz künftig binnen fünf Minuten einrichten können - vorher habe es zum Teil Wochen gedauert.

Die neuen Möglichkeiten zur Kommunikation mit Unternehmen waren laut Facebook der Kernpunkt der neuen Nutzungsbedingungen von WhatsApp, die Mitte Mai in Kraft traten. Sie sorgten für Debatten und eine Abwanderung von Nutzern, weil Kritiker und Datenschützer warnten, der Mutterkonzern Facebook könne damit Zugriff auf mehr Daten von WhatsApp bekommen. WhatsApp wies das stets zurück.

Für Nutzer, die den neuen Regeln nicht zustimmen, sollen grundlegende WhatsApp-Funktionen entgegen ersten Ankündigungen nicht eingeschränkt werden. Für die Nutzung der neuen Möglichkeiten zum Austausch mit Unternehmen wird die Zustimmung aber erforderlich sein.

Die Kommunikation zwischen Unternehmen und ihren Kunden ist das Vorhaben, mit dem Facebook schließlich Geld mit WhatsApp verdienen will. Das weltgrößte Online-Netzwerk übernahm WhatsApp 2014 für am Ende rund 22 Milliarden Dollar. Mit dem Kauf nahm Facebook zwar einen potenziellen Rivalen vom Markt, der Dienst trug bisher aber wenig zum Konzerngewinn bei. Zeitweise wurde über Werbung im "Status"-Bereich von WhatsApp nachgedacht, wo Nutzer Fotos und Videos für einen Tag mit ihren Kontakten teilen können. Die Idee wurde dann aber auf Eis gelegt.

3 Neuerungen auf WhatsApp angekündigt

Wie WhatsApp-Chef Will Cathcart und Facebook-Chef Mark Zuckerberg in einem Chat mit WABetainfo bekannt gaben soll es drei weitere Neuerungen bei WhatsApp geben.

Der Messenger erhält in Kürze sogenannte Multi-Device-Unterstützung. Das bedeutet, dass Sie sich mit Ihrem Account auf mehreren Geräten gleichzeitig anmelden können, ohne dass Ihr Haupt-Smartphone dabei mit dem Internet verbunden sein muss. Das Feature soll in den kommenden zwei Monaten in die öffentliche Betaphase starten. Nutzer können dann bis zu vier Geräte mit ihrem WhatsApp-Account verknüpfen. Im Zuge der Einführung soll es What's App auch für IPads geben

In Kürze soll ein Feature namens "View Once" im Einstellungsmenü verfügbar sein. Ist das aktiviert, können Chat-Partner ein empfangenes Bild oder Video nur ein einziges Mal öffnen, danach verschwindet es wieder.

Eine weitere Ankündigung ist der "Disappearing Mode". Der greift das jüngst veröffentlichte Feature der selbstlöschenden Nachrichten auf und wendet es global auf alle Chats an. Aktuell lassen sich die "Disappearing Messages" nur für einzelne Chats aktivieren. Wer möchte, dass sich all seine WhatsApp-Nachrichten nach sieben Tagen in Luft auflösen, kann dieses Feature nutzen.

jes/dpa