Sieben Jahre nach dem letzten Besuch eines deutschen Außenministers im Sudan reist Ressortchef Guido Westerwelle am (morgigen) Mittwoch in den afrikanischen Staat. Der FDP-Politiker werde auch den Krisenherd Darfur besuchen, hieß es am Dienstag in Regierungskreisen in Berlin.
Westerwelle reist in den Sudan
Berlin (dapd). Sieben Jahre nach dem letzten Besuch eines deutschen Außenministers im Sudan reist Ressortchef Guido Westerwelle am (morgigen) Mittwoch in den afrikanischen Staat. Der FDP-Politiker werde auch den Krisenherd Darfur besuchen, hieß es am Dienstag in Regierungskreisen in Berlin. Die bis Freitag geplante Reise steht insbesondere im Zusammenhang mit der Unabhängigkeitserklärung des Südsudans am 9. Juli. Deutschland hat dann den Vorsitz im UN-Sicherheitsrat und ist offiziell für die Begrüßung des Landes in die Organisation zuständig.
Westerwelle steht ab Juli als zuständiger Minister dem UN-Sicherheitsrat vor. Deutschland falle die Aufgabe zu, den Südsudan, der 193. Mitglied der Vereinten Nationen werden will, als Neuzugang zu begrüßen. Es sei deshalb wichtig, dass der Minister dem Land vorher einen Besuch abstatte, hieß es in den Kreisen.
Einen Besuch beim sudanesischen Präsidenten Omar al Baschir soll es nicht geben. Gegen den Präsidenten besteht nach einem Antrag des Sicherheitsrates ein Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofes. Westerwelle will den Angaben zufolge in der Hauptstadt Khartum aber unter anderem mit Vizepräsident Salva Kiir Mayardit sprechen.
Den Kreisen zufolge war vor Westerwelle noch kein deutscher Außenminister in Darfur. In dem Krisenherd konkurrieren sesshafte afrikanische Stämme mit arabischstämmigen Nomaden um knappe Ressourcen. Im Jahr 2003 eskalierte der Konflikt. Die Kämpfe zwischen zwei Rebellenorganisationen, dem sudanesischen Militär und von der Regierung unterstützten Milizen forderten seither geschätzt 300.000 Menschenleben. Mehr als 2,7 Millionen Menschen wurden in die Flucht getrieben.
dapd
