Sichere Aufbewahrung Wertvolle Dinge sicher lagern: Alternativen zum Bankschließfach

Die Nachfrage nach Bankschließfächern ist hoch. Doch davon gibt es immer weniger. Wer Gold, wichtig Unterlagen und andere Wertgegenstände dennoch sicher lagern möchte, hat inzwischen andere Möglichkeiten.

Einen Tresor für die eigenen vier Wände? Wem das zu unsicher ist, kann ein Schließfach bei der Bank oder alternativen Anbietern mieten, um seine Wertgegenstände zu lagern. - © photolas - stock.adobe.com

"Wir stellen immer wieder fest, dass gerade in Krisenzeiten die Nachfrage nach Gold zunimmt", sagt Rolf Ehlhardt von der I.C.M. Independent Capital Management Vermögensberatung in Mannheim. Im aktuellen Umfeld, das von rasant steigender Inflation, Zinswende, geopolitischen Unsicherheiten wie dem Krieg in der Ukraine sowie von Rezessionssorgen geprägt ist, scheint das nicht anders zu sein. Nach Angaben des World Gold Council (WGC) kauften europäische Privatanleger im ersten Quartal dieses Jahres rund 78 Tonnen Gold – der höchste Quartalswert seit zehn Jahren. 47 Tonnen davon erwarben übrigens deutsche Investoren.

Wertgegenstände im eigenen Tresor aufbewahren?

Gleichzeitig stellt sich damit aber die Frage, wo man Gold und andere wertvolle Gegenstände oder wichtige Unterlagen sicher aufbewahren kann. "Eine Möglichkeit ist die Anschaffung eines Tresors für die eigenen vier Wände“, erklärt Ehlhardt. Allerdings sollte man sich das, vor allem wenn es um größere Vermögenswerte geht, sehr gut überlegen. Immerhin gab es laut dem Bundeskriminalamt im vergangenen mehr als 54.000 Wohnungseinbrüche mit Diebstahl.

"Außerdem gilt es zu bedenken, dass Einbrecher ein gewisses Gewaltpotenzial mitbringen können", so der Vermögensverwalter. "Deshalb kann die Aufbewahrung wertvoller Dinge zuhause mit deutlichen Risiken verbunden sein." Die Alternative ist ein Bankschließfach. Allerdings gibt es hier ein anderes Problem: Auch wenn genaue Zahlen fehlen, es scheint immer weniger Schließfächer hierzulande zu geben.

Es gibt immer weniger Bankschließfächer

"Das ist schlicht und ergreifend der Tatsache geschuldet, dass die Banken immer mehr Filialen schließen und es deshalb kaum noch freie Schließfächer gibt", erklärt Ehlhardt. Laut dem Bankenverband gab es 2004 noch 35.760 Bankfilialen in Deutschland, in 2020 waren es noch 24.100 – ein Rückgang um 33 Prozent. Und bis 2030 sollen es laut der Strategieberatung Oliver Wyman nur noch 15.800 Filialen sein, womit die Zahl der Schließfächer noch weiter abnehmen dürfte.

In diese Lücke stoßen alternative Schließfachanbieter wie Trisor, Asservato oder EMS Werteinlagerung, die ihren Service an verschiedenen Standorten in Deutschland anbieten. Doch worauf gilt es bei solchen Anbietern zu achten? Der erste Punkt ist das Thema Sicherheit. Der Tresorraum, die Schließfächer und der Zugang sollten höchsten Sicherheitsstandards genügen. Bei Trisor sorgt, neben zertifizierten Tresoren zum Beispiel eine Drei-Faktoren-Authentifizierung dafür, dass keine Unbefugten Zugang bekommen. "Außerdem haben wir rund um die Uhr einen externen Wachdienst oder einen Mitarbeiter vor Ort", sagt Dr. Justus Westerburg, Geschäftsführer von Trisor.

Versicherungsschutz beachten

Ein zweites Thema, und das gilt für Schließfächer aller Art, ist der Versicherungsschutz. "Meist ist in der Gebühr, die in der Regel bei 50 bis 70 Euro pro Jahr liegt, ein Versicherungsschutz für einen Wert von bis zu 5.000 Euro inbegriffen", erklärt Ehlhardt. "Wer Gegenstände in höherem Gegenwert im Schließfach lagert, sollte dies der Bank mitteilen, da dann eine Nachversicherung notwendig ist." Tut er dies nicht, dann ist sein dort gelagertes Vermögen – zum Beispiel bei einem Raub – nur bis zur Summe von 5.000 Euro versichert.

Zwar sind alternative Schließfachanbieter teurer als Bankschließfächer. Doch sie können mitunter andere Vorteile bieten, wie zum Beispiel einen Zugang rund um die Uhr oder eine Online-Verwaltung. Für Kunden, denen das Risiko der Verwahrung in den eigenen vier Wänden zu groß ist, kann diese Lösung also durch eine Alternative sein.