Ausbildungsserie Wenn die Arbeit für Azubis körperlich zu anspruchsvoll ist

Viele Ausbildungsberufe im Handwerk sind körperlich anstrengend. Was können Ausbilder tun, wenn Lehrlingen die Kraft für ihre Aufgaben fehlt? Ausbildungsberater Peter Braune mit einem Beispiel und einer Checkliste.

Ausbildung im Handwerk: Die Auszubildenden müssen in der Lage sein, körperlich anstrengende Tätigkeiten auszuführen. - © aboutmomentsimages - stock.adobe.com

Zu den Ausbildungsberufen, die ein hohes Maß an Arbeitskraft erfordern, gehören die Berufe des Bauhandwerks. Auszubildende zum Maurer, Zimmerer und Dachdecker sind nicht nur technisch, sondern auch körperlich stark gefordert.

Eine Meisterin, in deren Betrieb eine Dachdeckerin ausgebildet wird, macht sich zunehmend Sorgen über das Leistungsverhalten der jungen Frau. Die körperliche Leistungsfähigkeit, die Ausdauer und die Fähigkeit, eine körperlich anstrengende Tätigkeit über einen längeren Zeitraum auszuüben, lassen immer mehr nach.

Sie hat sich über das Thema informiert und mehrere Gründe gefunden, die als Ursache für die festgestellte Konditionsschwäche infrage kommen. Demnach kann eine vorzeitige Ermüdung durch Krankheit, ungesunde Ernährung oder Bewegungsmangel hervorgerufen werden.

Ein solcher Grund und daraus entstehende Probleme könnten sich natürlich auf den weiteren Verlauf der Ausbildung auswirken. Daher erkundigt sie sich beim nächsten Monatsgespräch nach dem Lebenswandel, der Freizeitgestaltung und klärt weitere mögliche Ursachen.

Sie weist die junge Frau auf ihre Pflichten aus dem Lehrvertrag hin. Sie geht dabei insbesondere auf die Lernpflicht ein, nach der die übertragenen Aufgaben sorgfältig auszuführen sind. Wichtig wäre auch die Sorgfaltspflicht, denn Werkzeuge, Maschinen und sonstige Einrichtungen sind pfleglich zu behandeln. Die beiden vereinbaren auch, dass vorübergehend die Menge der Tätigkeiten besser angepasst und verteilt werden.

Wichtige Rahmenbedingungen der Ausbildung

In ihren Gedanken geht sie so weit, dass ein unzureichendes Leistungsverhalten auch betriebliche Ursachen haben könnte. Daher ruft sie ihren Ausbildungsberater bei der Handwerkkammer an und fragt, ob es dazu eine Hilfe gibt. Der mailt ihr eine Datei. In einer Tabelle kann sie diese systematisch durchgehen und markieren, was auf die Rahmenbedingungen in ihrem Betrieb zutreffen könnte.

Lernortgestaltung:

  • Ergonomische Arbeitshaltung
  • Temperatur
  • Belüftung
  • Lärmbelastung
  • Beleuchtung
  • Technische Fehlerquellen
  • Arbeitssicherheit

Tätigkeiten der Gruppe:

  • Zusammenarbeit
  • Umgangston
  • Ausgrenzung
  • Persönliche Fertigkeiten und Kenntnisse
  • Erwartungshaltungen
  • Privatsphäre
  • Benachteiligungen

Ausbildungsqualität

  • Ausbildereignung
  • Betrieblicher Ausbildungsplan
  • Methodenauswahl
  • Lernerfolgskontrollen
  • Arbeitsabläufe
  • Zeitvorgaben
  • Technische Voraussetzungen
  • Geräte- und Maschinensicherheit
  • Werkzeugvollständigkeit
  • Ausbildungsnachweisführung
  • Arbeitszeiten
  • Urlaub

Ihr Ausbildungsberater Peter Braune

Peter Braune hat Farbenlithograph gelernt, war Ausbilder und bestand in dieser Zeit die Ausbildungsmeisterprüfung. Er wechselte als Ausbildungsberater zur Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main. Dort baute er dann den gewerblich-technischen Bereich im Bildungszentrum auf und leitete die Referate gewerblich-technischen Prüfungen sowie Ausbildungsberatung, zu der auch die Geschäftsführung vom Schlichtungsausschuss gehörte. Danach war er Referent für Sonderprojekte.