Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) darf im Internet nicht mehr über anstehende Atommülltransporte informieren. Die im Netz laufend veröffentlichte Liste der Transportgenehmigungen enthalte auf Bitte des Bundesumweltministeriums nur noch bereits durchgeführte Lieferungen, sagte am Mittwoch ein Sprecher des Amtes in Salzgitter.
Weniger Transparenz bei Atommülltransporten
Lüchow (dapd). Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) darf im Internet nicht mehr über anstehende Atommülltransporte informieren. Die im Netz laufend veröffentlichte Liste der Transportgenehmigungen enthalte auf Bitte des Bundesumweltministeriums nur noch bereits durchgeführte Lieferungen, sagte am Mittwoch ein Sprecher des Amtes in Salzgitter. Das Ministerium habe aus Gründen der Sicherung um eine Streichung der genehmigten, aber noch nicht durchgeführten Transporte aus der Liste gebeten.
Die Bürgerinitiative (BI) Lüchow-Dannenberg kritisierte die neue Informationspolitik des Bundesumweltministeriums. "Man kann nicht Transparenz predigen und dann dem Bundesamt für Strahlenschutz einen Maulkorb verpassen", sagte BI-Sprecher Wolfgang Ehmke. Durch die Geheimhaltung bevorstehender Lieferungen wolle das Ministerium Protestaktionen gegen Atommülltransporte erschweren.
Nach Angaben des BfS wurde für den im Herbst geplanten letzten Transport von elf Castor-Behältern aus Frankreich in das Zwischenlager Gorleben noch keine Transportgenehmigung erteilt. Das niedersächsische Umweltministerium teilte auf Anfrage mit, dass in der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague bereits fünf von elf Behälter für den Transport mit hoch radioaktiven Abfällen beladen worden seien.
Für das Beladen der Castoren sei eine Transportgenehmigung nicht erforderlich, sagte eine Sprecherin des Ministeriums. Die Bürgerinitiative sprach von "Ungereimtheiten" und forderte, den Transport in das Zwischenlager Gorleben abzusagen.
dapd
