Die Überschuldung von Privatpersonen in Deutschland hat deutlich abgenommen. Wie die Wirtschaftsauskunftei Creditreform in ihrem Schuldneratlas 2009 ermittelt hat, waren zum Stichtag 1. Oktober 2009 rund 6,2 Millionen Bürger überschuldet.
Weniger Privatpersonen verschuldet
Das seien 680.000 Personen oder 9,9 Prozent weniger als vor Jahresfrist. Die Schuldnerquote habe bei rund 9,1 Prozent gelegen.
Überschuldung liegt dann vor, wenn die monatlich zu leistenden Gesamtausgaben eines Schuldners dessen Einnahmen überstiegen. Den Rückgang der Schuldnerquote führt Creditreform auf mehrere Faktoren zurück. Unter anderem habe die Wirtschaftskrise bislang nur zu einem moderaten Anstieg der Arbeitslosigkeit geführt. Außerdem habe der Rückgang bei Energie- und Lebensmittelpreisen die Verbraucher entlastet und eine stabile Einkommenssituation Schuldnern den Abbau ihrer Verpflichtungen ermöglicht.
Laut Schuldneratlas haben sich die Schuldnerquoten in Ost- und Westdeutschland angeglichen. In den neuen Ländern liege die Quote derzeit bei 9,08 Prozent beziehungsweise 1,03 Millionen Personen. Im Westen Deutschlands seien aktuell 5,16 Millionen Verbraucher überschuldet, die Schuldnerquote liege bei 9,1 Prozent.
Am niedrigsten ist die Überschuldung von Privatpersonen nach Angaben von Creditreform in Bayern mit einer Quote von 6,7 Prozent, gefolgt von Baden-Württemberg und Sachsen mit 7,1 beziehungsweise rund 8,0 Prozent. Die höchsten Schuldnerquoten erreichten Bremen mit etwa 14,0 Prozent und Berlin mit 12,2 Prozent.
Für die kommenden Jahre rechnet Creditreform jedoch erneut mit einem Anstieg der Verbraucherüberschuldungen. Auslöser dürften steigende Arbeitslosenzahlen und stagnierende Realeinkommen sein.
ddp