Rund 650 Millionen Europaletten befinden sich nach Angaben der Europäischen Paletten Organisation EPAL aktuell im Umlauf. Das weltweit größte Tauschsystem der Logistikbranche steht als Musterbeispiel für nachhaltige Kreislaufwirtschaft. Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Denn die meisten Transportgüter, die auf Paletten geliefert werden, sind von Stretchfolie oder Schrumpfhauben umhüllt. Diesem Umweltfrevel will Stella Giuriato eine saubere Alternative entgegenstellen.

Mit ihrem Start-up "G.return Giuriato packaging GmbH" möchte die Gründerin aus Sipplingen am Bodensee nachhaltige Mehrwegverpackungen etablieren. Das soll nicht nur die Umweltbelastung senken, sondern auch die Betriebskosten. Laut Giuriato kostet die Verpackung einer Palette mit Einwegfolie zwischen 1,0 und 1,2 Euro. Mit Mehrwegverpackungen könnten diese Kosten auf ein Viertel sinken.
Test auf der Langstrecke
Seit Monaten laufen Tests mit den neuen Schutzhüllen aus reißfestem Ripstop-Gewebe, etwa bei einem Langstreckentransport über 5.000 Kilometer zwischen Österreich und Marokko. Das Textil, das es als eine Art Streifenband für formschlüssige Ladung oder als Abdeckhaube für nicht formschlüssige Ladung gibt, lässt sich mit Werbesprüchen oder Firmenlogos bedrucken und kann auf Wunsch in verschiedenen Farben und auch wasserdicht angeboten werden, versichert Giuriato.
Stabiler Wetterschutz
"Ein SHK-Großhändler möchte künftig komplette Bäder mit allem Zubehör an die Handwerker liefern. Da braucht es einen stabilen Wetterschutz, wenn die Palette mal mehrere Tage auf der Baustelle steht", sagt die Unternehmerin, die die Logistikprobleme aus verschiedenen Branchen kennt. Um das Transportgut auf der Palette zu sichern, hat Giuriato ein Mehrwegverschlussband zum Patent angemeldet, das über D-Ringe mit dem üblichen Umreifungsband verbunden wird. Auf diese Weise ließen sich mehr als 90 Prozent der Einwegumreifung einsparen.
Jüngste Neuheiten aus dem Portfolio von "G.return" sind textile Mehrweg-Versandtaschen. Sowohl die Post als auch die Dienstleister Fedex und GLS haben den A4-Umschlag, den Maxibrief und die Versandtasche für den Versand freigegeben.