Insolvenzen Weniger Firmenpleiten, mehr Privatinsolvenzen

Neue Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen: Der deutschen Wirtschaft geht es gut. Denn im ersten Halbjahr 2012 ist die Zahl der Firmenpleiten zurückgegangen. Allerdings sind die offenen Forderungen der Gläubiger sprunghaft gestiegen.

Die Schlecker-Pleite lässt die offenen Forderungen der Gläubiger deutlich ansteigen. - © dapd

Im ersten Halbjahr 2012 haben 14.800 Unternehmen Insolvenz anmelden müssen. Das ist ein Rückgang von 3,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt bekannt gab.

Auch weniger private Insolvenzen

Aber nicht nur die Zahl der Firmenpleiten schrumpfte, auch weniger Privatleute mussten im Vergleich zum ersten Halbjahr 2011 Insolvenz anmelden. In den ersten sechs Monaten sank die Zahl um 3,9 Prozent auf 49.750 Fälle.

Im Gegensatz zu den Insolvenzen sind die gesamten offenen Forderungen der Gläubiger im ersten Halbjahr 2012 deutlich angestiegen. Sie belaufen sich auf 28,3 Milliarden Euro. Im ersten Halbjahr 2011 waren es nur 15,8 Milliarden Euro.

Große Unternehmen hinterlassen Spuren

Grund für den sprunghaften Anstieg ist, dass in den ersten sechs Monaten diesen Jahres mehr wirtschaftlich bedeutende Unternehmen den Gang zum Amtsrichter antreten mussten. Dazu gehört die Pleite der Drogeriekette Schlecker. Aber auch Solarunternehmen wie Q-Cells und Sovello mussten aufgeben.

Im Juni stieg Zahl der Privatinsolvenzen

Der Trend war zuletzt positiv: Bei den Unternehmen gab es im Monat Juni mit 12.634 deutlich weniger Pleiten. Gleichzeitig stieg aber die Zahl der Privatinsolvenzen leicht um 1,3 Prozent an. dapd/aml