In Deutschland ist die Zahl der befristet Beschäftigten und der Zeitarbeiter zurückgegangen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, gab es im vergangenen Jahr in Deutschland rund 560.000 Zeitarbeitnehmer. Das seien 8,5 Prozent weniger gewesen als noch im Vorjahr. Die Zahl der befristet Beschäftigten sank den Angaben zufolge um 3,3 Prozent auf gut 2,6 Millionen.
Weniger befristet Beschäftigte im Jahr 2009
Insgesamt arbeiteten 2009 rund 7,6 Millionen Menschen in so genannten atypischen Beschäftigungsverhältnissen. Dazu werden befristete und geringfügige Beschäftigung, Teilzeitarbeit bis zu 20 Wochenstunden sowie Zeitarbeit gezählt. Im Vergleich zum Vorjahr sei die Zahl der atypisch Beschäftigten um 130.000, also 1,7 Prozent, gesunken. Der Rückgang sei auf den Abbau befristeter Arbeitsstellen und Zeitarbeit zurückzuführen. Die Zahl der geringfügig Beschäftigten und Teilzeitbeschäftigten habe sich binnen Jahresfrist kaum verändert.
Diese Entwicklung mache deutlich, "dass vor allem Zeitarbeit und befristete Beschäftigung von den Unternehmen als Mittel genutzt wurden, um flexibel auf die konjunkturellen Veränderungen zu reagieren", erklärten die Statistiker mit Blick auf die 2008 entstandene Finanz- und Wirtschaftskrise.
In den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl der Personen in atypischen Beschäftigungsformen den Angaben zufolge allerdings deutlich gestiegen. Während 1999 noch 19,7 Prozent aller Arbeitnehmer in atypischen Beschäftigungsformen beschäftigt waren, seien es 2009 bereits 24,8 Prozent gewesen.
In unbefristeten "Normalarbeitsverhältnissen" (ab 20 Arbeitsstunden pro Woche) waren im vergangenen Jahr rund 23 Millionen Menschen beschäftigt. Das waren 62.000 oder 0,3 Prozent mehr als noch 2008.
Die Zahl der abhängig Beschäftigten insgesamt reduzierte sich im Jahr 2009 gegenüber 2008 nur leicht (minus 0,2 Prozent).
Der Bundesvorsitzende der IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU), Klaus Wiesehügel, forderte einen "Stopp beim Wildwuchs von Jobs auf Zeit". Bei den Gebäudereinigern seien Sechs-Monats-Verträge inzwischen gang und gäbe. Die Bundesregierung müsse außerdem die gesetzlichen Rahmenbedingungen restriktiver regeln.
ddp