Aussetzung der Ausbilder-Eignungsverordnung
Weniger Ausbildungsqualität
Die Aussetzung der Ausbilder-Eignungsverordnung (AEVO) hat zwar zu mehr Ausbildungsbetrieben und mehr Ausbildungsplätzen geführt, zugleich gibt es aber deutliche Hinweise darauf, dass die Neuregelung negative Auswirkungen auf die Qualität der Ausbildung hat. Der Zuwachs fällt geringer als erwartet aus. Dies sind die wesentlichen Ergebnisse einer Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB). Eine deutliche Mehrheit der befragten Betriebe sieht in der AEVO einen wichtigen Beitrag zur Sicherung einer Mindestqualifikation des Ausbildungspersonals sowie der Qualität der beruflichen Ausbildung insgesamt. Qualitative Auswirkungen der Aussetzung der AEVO lassen sich vor allem hinsichtlich des Ausbildungserfolgs feststellen. So erwies sich, dass Ausbildungsabbrüche – unabhängig von der Betriebsgröße und dem Wirtschaftszweig – häufiger in den Betrieben auftreten, die über kein nach AEVO qualifiziertes Personal verfügen. Diese Betriebe klagen auch häufiger über Schwierigkeiten und schlechtere Noten ihrer Auszubildenden. Dieses Ergebnis deckt sich in der Tendenz mit den Erfahrungen der Ausbildungsberater der Wirtschaftskammern. Diese sind zum großen Teil der Auffassung, dass die Aussetzung der AEVO zu einem Qualitätsverlust und einem Imageschaden der beruflichen Ausbildung geführt habe. Drei Viertel der Ausbildungsberater bei den Kammern sind der Meinung, die AEVO sollte wieder in Kraft gesetzt werden. Sowohl die Ausbildungsbetriebe als auch die Nichtausbildungsbetriebe sehen mehrheitlich in einer gesetzlichen Regelung der Ausbildereignung einen Beitrag zur Sicherung einer Mindestqualifikation des Ausbildungspersonals sowie der Qualität der beruflichen Ausbildung insgesamt. rub