Die Zahl der Arbeitslosen ist im Februar im Vergleich zum Vormonat um 33.000 auf 3,317 Millionen gesunken. Die Arbeitslosenquote fiel von revidiert 8,0 auf jetzt 7,9 Prozent, teilte die Bundesagentur für Arbeit mit.
Weniger Arbeitslose
Hauptgrund für den Rückgang ist laut BA die hohe Zahl an Neueinstellungen im Zuge der sich weiter erholenden Konjunktur. Menschen würden erst gar nicht arbeitslos oder fänden schneller eine neue Stelle, sagte BA-Chef Frank-Jürgen Weise. Außerdem sei das Wetter im Februar besser als vor einem Monat und vor einem Jahr gewesen. Insofern könne durchaus von einer vorgezogenen Frühjahrsbelebung gesprochen werden.
Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) sprach angesichts der Entwicklung von einer "hervorragenden Bilanz". Innerhalb eines Jahres seien fast eine halbe Million zusätzliche Arbeitsplätze in Deutschland entstanden. Die Zahl der Arbeitslosen sei "überraschend stark" zurückgegangen.
Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) bezeichnete die starke Nachfrage nach Arbeitskräften als besonders erfreulich. Darin liege aber auch die größte Herausforderung: "Jetzt gilt es, rasch Menschen zu finden und zu qualifizieren, die diese Stellen passgenau besetzen können", sagte die Ministerin.
Nach BA-Hochrechnungen lag die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten im Dezember bei 28,05 Millionen und damit um 559.000 über dem Vorjahreswert. Die Zahl der Vollzeitstellen nahm dabei um 334.000 zu, die der Teilzeitstellen um 218.000.
Zahl der Langzeitarbeitlosen bleibt Problem
Vom Aufschwung profitierten die Leistungsempfänger jedoch unterschiedlich: Während die Zahl der Bezieher von Arbeitslosengeld (ALG) I im Vormonatsvergleich um 38.000 auf 1,1 Millionen sank, nahm die der Hartz-IV-Bezieher um 5.000 auf 2,2 Millionen zu. Im Jahresvergleich verzeichneten aber beide Bereiche einen Rückgang, und zwar um 250.000 (ALG I) und um 75.000 (Hartz IV).
Auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen nahm ab: Sie reduzierte sich im Vergleich zum Februar 2010 um fünf Prozent auf etwa 900.000. Das sei aber eine immer noch zu hohe Zahl und bleibe ein Problem, das die BA weiterhin "sehr stark" beschäftige, sagte BA-Vorstand Heinrich Alt.
DGB-Vorstand Claus Matecki verwies vor diesem Hintergrund darauf, dass "billige Geschäftsmodelle auf Basis von Leiharbeit und anderen prekären Beschäftigungsformen" weiterhin existierten. Zugleich machte er sich für höhere Löhne stark. "Wer aufgrund der jüngsten Konsum- und Geschäftsklimaumfragen an ein Wirtschaftswunder glaubt, könnte bald sein blaues Wunder erleben", sagte Matecki. "Denn nachhaltiges Wachstum und solider Beschäftigungsaufbau entstehen nur, wenn der Aufschwung nicht einseitig vom Export abhängt, sondern auch die Binnennachfrage in die Gänge kommt."
dapd