Weniger Arbeit mit den Autos

Wer seinen Fuhrpark an Full-Service-Leasing-Dienstleister auslagert, kann sich besser auf seine Kernkompetenzen konzentrieren

Full-Service-Leasing hält die Firmenflotte auf Kurs. Foto: Weise

Weniger Arbeit mit den Autos

Ausschlaggebend für einen erfolgreich geführten Fuhrpark ist effizientes Management. Aus Zeit- und Kostengründen setzen zunehmend auch Handwerksunternehmen auf das so genannte Full-Service-Leasing – also Leasing aus einer Hand.

Analyse und Management von Fuhrparks zählen nicht zu den Kernkompetenzen im Handwerk. Die Fülle der Aufgaben, die bei der Verwaltung der Fahrzeuge anfallen, raubt ihnen zu viel Zeit. Vor der Fahrzeugbeschaffung müssen Angebote eingeholt, Preise verglichen und Verhandlungen geführt werden. Stehen die Fahrzeuge dann im Fuhrpark, folgen weitere zeitraubende Aufgaben wie das Abschließen von Versicherungen oder das Anmelden der Fahrzeuge bei der Gebühreneinzugzentrale (GEZ). Über den Lebenszyklus des Fahrzeuges hinweg kommen dann noch Wartung und Reparaturen hinzu. Diese Fülle von Aufgaben lässt viele Handwerksmeister an ihre Grenzen stoßen.

Bis zu 30 Prozent mehr Zeit

Um ihre Fuhrparks dennoch effizient zu steuern, setzen immer mehr Unternehmen auf Outsourcing. Dabei lagern sie ihre Fuhrparks komplett an auf Full-Service-Leasing spezialisierte Dienstleister aus. Diese übernehmen unter anderem das Schaden-, Kraftstoff- und Reifenmanagement sowie die komplette Wartung. Für die tägliche Arbeit bedeutet dies, dass bis zu 30 Prozent Zeitersparnis realisiert werden kann. Die Mitarbeiter des Unternehmens können sich so wieder auf ihre eigentlichen Aufgaben konzentrieren, die meist knappen Personalressourcen werden geschont. Gespart werden kann auch an anderer Stelle. Die Kontrolle von Werkstattrechnungen ergibt immer wieder fehlerhafte Rechnungen, sei es durch falsch berechnetes Öl im Rahmen der Wartung oder durch zu viel abgerechnete Leistungen bei Reparaturen. Bis zu 10 Euro pro Rechnung werden hier zu viel bezahlt.

Schonung für die Liquidität

Ein weiterer Vorteil des Full-Service-Leasings ist die Finanzierung. Einkauf und Unterhaltung von Firmenfahrzeugen bedeuten für Handwerksbetriebe wesentliche Kostenfaktoren, denn ein Fahrzeug kann im Jahr durchschnittlich bis zu 10.000 Euro Vollkosten verursachen. Ein Fuhrpark von zehn Fahrzeugen kostet den Betrieb in Summe rund 250.000 Euro (Durchschnitts-Neuanschaffungswert eines Firmenfahrzeuges in Deutschland: circa 25.000 Euro). Im Gegensatz zu eigenfinanzierten Fahrzeugen oder auch zum Finanzleasing schont das Full-Service-Leasing die Liquidität der Betriebe, da die Leasingkosten parallel zur Nutzung des Fahrzeuges anfallen und nicht wie beim Kauf zu Beginn. Die monatlichen Leasingraten gehen dann als Betriebsausgaben in die Gewinn- und Verlustrechnung ein. Dies wirkt sich positiv auf die Eigenkapitalquote aus, der Kreditrahmen wird entlastet, was im Kontext von Basel II wiederum positiven Einfluss auf deren Bewertung hat. Die Betriebe können damit ihre Verhandlungsposition gegenüber ihren Banken stärken, während sie gleichzeitig Liquidität für andere Investitionen schaffen. Die festgelegten Leasingraten bilden zudem eine klare und transparente Kalkulationsgrundlage und schaffen langfristige Planungssicherheit. Gerade für Mittelständler wird auf diese Art und Weise die Kapitalbeschaffungsmöglichkeit beträchtlich erleichtert.

Kein Restwertrisiko

Darüber hinaus werden die Betriebe beim Full-Service-Leasing von den Risiken befreit, die mit dem Kauf, der Nutzung und der Vermarktung verbunden sind. Die transparentesten Leasingverträge sind dabei so genannte Kilometerverträge, bei denen die Laufzeit und die Gesamtkilometerzahl festgelegt werden. Am Ende der Nutzungsdauer gibt der Kunde das Fahrzeug einfach an den Leasinggeber zurück – in der Regel ohne weitere Zahlung. Mehr oder weniger gefahrene Kilometer werden nach einem festgelegten Satz abgerechnet. Das Restwertrisiko – also das Risiko etwaiger Differenzen zwischen kalkuliertem und tatsächlichem Restwert am Vertragsende – liegt allein beim Leasinggeber.

Die Rücknahme der Fahrzeuge am Ende der Laufzeit sollte nach den Kriterien der „fairen Fahrzeugbewertung“ erfolgen. Dazu haben sich bisher nur die Mitglieder des Verbandes der markenunabhängigen Fuhrparkmanagementunternehmen (VMF) verpflichtet. Bei der „fairen Fahrzeugbewertung“ werden die Fahrzeuge anhand von TÜV-zertifizierten Richtlinien begutachtet. Die Rückholung ist ebenso von vornherein geregelt wie die Abrechnung der Schäden. Das bedeutet für die Handwerksbetriebe mehr Sicherheit und Transparenz, denn sie kennen von Anfang an die Berechnungsgrundlage der Schäden, die während der Laufzeit am Fahrzeug entstehen können.

Wenn dazu noch eine Rücknahmepauschale beschlossene Sache ist, machen auch ein paar Innenraum- oder auch Lackschäden keinen Unterschied. Mit dieser lassen sich unliebsame Verhandlungen über diesen oder jenen Kratzer am Ende einer Laufzeit vermeiden. Schlichtweg dadurch, dass durch die Pauschale alle an den Fahrzeugen entstandenen typischen Rücknahmeschäden bereits abgegolten sind. Die Firmen müssen für diese Schäden also nicht aufkommen. Eine sinnvolle Sache für die Betriebe, schließlich sind Handwerksfahrzeuge täglich im Einsatz und als solche nicht in Watte gepackt. dhz