Studie: Ein Fünftel der DAX-Unternehmen informiert Anleger mangelhaft "Wenig aussagekräftig und größtenteils nutzlos"

Aussagekräftige Prognosen über Firmenergebnisse können wichtig sein für die Entscheidung der Anleger - und genau daran hapert es nach Einschätzung von Aktionärsschützern bei vielen DAX-Konzernen.

Foto: dapd

"Wenig aussagekräftig und größtenteils nutzlos"

Frankfurt/Main (dapd). Aussagekräftige Prognosen über Firmenergebnisse können wichtig sein für die Entscheidung der Anleger - und genau daran hapert es nach Einschätzung von Aktionärsschützern bei vielen DAX-Konzernen. Die Prognosen in den aktuellen Geschäftsberichten seien "vielerorts wenig aussagekräftig und damit für Anleger größtenteils nutzlos", sagte der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Ulrich Hocker, am Mittwoch in Frankfurt am Main.

Ein Fünftel der deutschen Großkonzerne, das sind 6 der 30 im Deutschen Aktienindex DAX vertretenen Unternehmen, fielen in einer Untersuchung durch, welche die DSW von der Unternehmensberatung Kirchhoff Consult erstmalig hat erstellen lassen. Sie gäben den Anlegern "entweder gar keinen oder nur einen sehr ungenauen Ausblick", kritisierte Hocker. Doch auch nur sieben Konzerne schafften es in die beste Transparenzkategorie.

Am schlechtesten schnitten in dem Test die Autobauer Daimler und Volkswagen, die Lufthansa sowie die Unternehmen Beiersdorf, BASF und HeidelbergCement ab. In die Spitzengruppe schafften es die Gesundheitskonzerne Bayer und Fresenius Medical Care (FMC), die Energieversorger E.ON und RWE, die Deutsche Post DHL, aber auch Henkel und die Metro-Gruppe.

Die Qualität der Prognosen sei dabei nicht von der Länge abhängig, erklärte Hocker. Henkel schaffe auf vier Seiten einen sehr detaillierten Ausblick, Lufthansa dagegen gebe in ihrer ebenfalls vierseitigen Prognose "überhaupt keinen mit Zahlen unterlegten Ergebnisausblick auf 2011 oder gar 2012". Volkswagen schaffe "auf zehn Seiten kaum Konkretes, FMC füllt sogar zwölf Seiten - dies aber mit bemerkenswert exakten Inhalten", sagte der Anlegerschützer.

Die DSW will nach seinen Worten künftig stärker auf aussagekräftige Prognosen dringen. Schließlich lägen die Zahlen ja vor, wie er aus seiner Aufsichtsratstätigkeit wisse. Die Qualitätsunterschiede in den Veröffentlichungen seien "kein Ruhmesblatt für die großen DAX-Konzerne. Hier kann man als Aktionär durchaus mehr Information und Transparenz verlangen", sagte Hocker.

dapd