Chinesischer Ministerpräsident spricht in Berlin vor Unternehmern Wen peilt Verdoppelung des Handelsvolumens mit Deutschland an

Der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao hält eine Verdoppelung des Handelsvolumens mit Deutschland von derzeit 150 Milliarden Euro in den nächsten fünf Jahren für möglich. Voraussetzung sei aber die Schaffung weiterer Handelserleichterungen, sagte Wen im Rahmen der deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen am Dienstag in Berlin.

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Wen peilt Verdoppelung des Handelsvolumens mit Deutschland an

Berlin (dapd). Der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao hält eine Verdoppelung des Handelsvolumens mit Deutschland von derzeit 150 Milliarden Euro in den nächsten fünf Jahren für möglich. Voraussetzung sei aber die Schaffung weiterer Handelserleichterungen, sagte Wen im Rahmen der deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen am Dienstag in Berlin. Wen forderte die Europäische Union erneut auf, seinem Land den Status einer Marktwirtschaft einzuräumen.

Bei der Eröffnung des Deutsch-Chinesischen Forums für wirtschaftliche und technologische Zusammenarbeit sagte Wen, Deutschland sei für China der größte Technologieexporteur in ganz Europa. Mehr als 15.000 Abkommen seien in diesem Bereich bereits unterzeichnet worden.

"Wirtschaftlich ergänzen sich Deutschland und China in hohem Maße", sagte Wen in der deutschen Übersetzung. Das schnelle Wachstum setze sich in beiden Ländern fort. Wen sprach sich dafür aus, die Regierungskonsultationen - es sind die ersten dieser Art zwischen China und Deutschland - als Regulierungsmechanismus zu etablieren.

Befürchtungen deutscher Investoren vor einem Technologieklau in China trat Wen entgegen. Das geistige Eigentum aller Unternehmen werde in China "effektiv geschützt", sagte er. China sei vor allem an einer Intensivierung des Technologieaustausches bei Großprojekten interessiert. Insbesondere bei der Entwicklung von erneuerbaren Energien und bei der Energieeinsparung gebe es ein großes Potenzial.

"Wir sind gerne bereit, deutsche Unternehmen in diesem Bereich zu unterstützen", sagte Wen und schlug vor, unter Beteiligung beider Regierungen, der Wirtschaft und der Schulen eine chinesisch-deutsche Berufsbildungsallianz zu gründen. Zudem sprach sich Wen für eine stärkere Zusammenarbeit im Bereich des Krankenhausmanagements aus. Für deutsche Unternehmer sollen Anlaufstellen in China geschaffen werden.

Wen sagte, Deutschland habe innerhalb der Europäischen Union großen Einfluss und sei Triebkraft für die Zusammenarbeit der EU mit China. Die Welt erlebe gerade große Veränderungen. Bei der Bekämpfung von Klimawandel, Terror und Armut teilten China und Europa umfassende gemeinsame Interessen, die Zusammenarbeit diene nicht nur beiden Ländern, "sondern kommt der gesamten Welt zum Vorteil". Was den Marktwirtschaftsstatus angehe, hoffe China "auf eine baldige richtige Entscheidung der EU", sagte Wen.

dapd