Sonderschau "Exempla" IHM 2013: Weltbeweger von nebenan

Seit über 40 Jahren ist die "Exempla" die größte Sonderschau der Internationalen Handwerksmesse und ein Anziehungspunkt für Fachbesucher und das breite Messepublikum. Vom 6. bis 12. März zeigt sie in Halle B1, inwiefern Handwerk sowohl technisch als auch gestalterisch "bewegt".

Jens Christopher Ulrich

In der "Formula Student" werden Studierende zu Rennwagen-Konstruk­teuren. - © Foto: Axel Leins

Einer der Hingucker auf der Sonderschau sind die Formelrennwagen der Universität Stuttgart (GreenTeam) und des Karlsruhe Institute of Technology (KA-RaceIng).

Diese gehen in der "Formula Student" an den Start, die seit 1981 existiert und ein internationaler Konstruktionswettbewerb für Studenten ist. Die in Teamarbeit konstruierten und gefertigten einsitzigen Rennwagen treten auf Formel-1-Rennstrecken gegeneinander an. Der Wettbewerb findet für Verbrennungsmotoren ("Formula Student Combustion") und seit 2010 auch für Fahrzeuge mit einem elektrischen Antrieb ("Formula Student Electric") statt. In beiden Wettbewerben arbeiten die Studententeams mit Handwerksbetrieben aus dem Werkzeug-, Modell- oder Formenbau zusammen. Diese fertigen für die Boliden Dreh- und Frästeile, Karbonschalen und vieles mehr.

Volle Kraft voraus mit der "Turbo-Taste"

Mit einem Elektroantrieb lassen sich jedoch anstatt vier auch nur zwei Räder fortbewegen. Die Firma Electrolyte aus Hohenthann bei München wurde im Jahr 2010 von Matthias Blümel und Sebastian Wegerle mit dem Ziel gegründet, sehr leichte und formschöne ­Single-Speed-Elektrofahrräder für junge Leute zu konstruieren.

Die E-Bikes von Electrolyte verzichten auf komplizierte Elektronik und aufwändige Displays. Stattdessen gibt es eine "Turbo-Taste", die bis zu 25 Kilometer pro Stunde Motorunterstützung bringt.

Beim E-Bike "Straßenfeger 02" sind ­Motor, Akku und Controller in der "Ein­armschwinge" am Vorderrad untergebracht. - © Foto: Electrolyte
DHZ4 Exempla II

Beim Modell "Straßenfeger 02" sind Motor, Akku und Controller komplett in einer "Einarmschwinge", bei der der Rahmen nur an einer Seite des Vorderrades befestigt wird, integriert. Der Vorderradantrieb ist wartungsarm und schützt die Technik besser vor Schmutz und Feuchtigkeit. Der Akku hat eine Reichweite von bis zu 60 km und ist an der Steckdose aufladbar.

Mittlerweile gehört Electrolyte zur Gerg Light Vehicle GmbH in Baiern, die sich auf den Bau von leichten Elektrofahrzeugen spezialisiert hat.

Früher transportierten Flößer Waren, heute Menschen

Das Handwerk sorgt aber nicht erst seit der Entwicklung der E-Mobilität für Bewegung: Bereits im 12. Jahrhundert wurde die Isar mit Flößen befahren.

Nach der Ankunft in Thalkirchen wird das Floß in seine Einzelteile zerlegt und per Lkw nach Wolfratshausen zurückgeschafft. - © Foto: HWK für München und Oberbayern
DHZ4 Exempla III

Im Laufe der Jahrhunderte wurden von Lenggries über Wolf­ratshausen Waren wie Brenn- und Bauholz, Kalk, Steine, aber auch Wein und Bier bis nach München und von dort über die Donau in die ganze Welt transportiert. Heute erfreut sich die Isar-Floßfahrt als Freizeitvergnügen großer Beliebtheit. Michael Angermeier aus Arzbach ist Flößer in der vierten Generation.

Während der Saison von Mai bis Mitte September macht er sich jeden Morgen auf die rund 30 km lange Fahrt von Wolfratshausen nach München-Thalkirchen. Floßführer und Steuermann lenken das Floß mit Hilfe von drei Ruderstangen, zwei befinden sich vorne und eine hinten.

Beim Bau des Floßes werden die circa 18 Meter langen Fichtenstämme mit Drahtschlaufen und Eisenklammern an Querbalken befestigt. Die Ruderstangen werden mit Wieden an ihren Aufsatz gebunden. Wieden sind extrem flexible und belastbare Holztaue, die der Flößer aus den Ruten von Schneeballsträuchern in den Isarauen biegt und dreht. Auf der "Exempla" zeigt Michael Angermeier das Biegen von Wieden und die Fertigung von Rudersäulen.

Mehr Informationen zur "Exempla" unter ihm.de .