Befreiung oder langfristige Umstellung der Kfz-Steuer
Weitere Hilfe für Autobranche?
PRODas deutsche Kraftfahrzeuggewerbe begrüßt ausdrücklich die Entscheidung des Bundeskabinetts. Die zeitlich befristete Steuerbefreiung für den Kauf neuer Personenkraftwagen kann aber nicht mehr als ein erster Schritt in die richtige Richtung sein.
Der Beschluss ist mehr ein emotionales Signal an die Autokunden als eine stabile Basis für eine nachhaltige Belebung des automobilen Binnenmarktes.
Wenn das bekannte Bankenrettungspaket in einer Woche möglich war, sollte auch die neue Kraftfahrzeugsteuer mit Lenkungscharakter für den Kauf umweltfreundlicher Autos nach drei Jahren mit den Ländern realisiert werden können.
Wir wünschen uns auch eine Einbeziehung umweltfreundlicher Gebrauchtwagen, denn rund 40 Prozent unseres Gebrauchtwagenbestandes im Markenhandel sind jünger als zwei Jahre.
Dem aktuellen Beschluss der Bundesregierung muss folglich schnell die neue Kraftfahrzeugsteuer und eine politische Entscheidung zur alten Pendlerpauschale vom ersten Kilometer an folgen. Dies sind Maßnahmen, die den Autofahrer spürbar entlasten und „Luft“ schaffen, um mit dem Kauf neuer und gebrauchter „grüner Autos“ konjunkturelle Impulse auszulösen.
Für den Service können wir uns auch vorstellen, die finanzielle Förderung der Dieselpartikelfilter zu erhöhen und auszubauen.
Die Einbeziehung von Transportern in die geförderte Nachrüstung mit dann rund 600 Euro entspräche den Zielen unserer gemeinsam mit dem Zentralverband des Deutschen Handwerks bereits gestarteten Transporteroffensive.
CONTRA Ausgelöst durch die Subprimekrise am US-Immobilienmarkt und eine allzu leichtfertige und unverantwortliche Vergabe von Krediten, bekommen nun auch Schlüsselbranchen wie die deutsche Automobil- und Zulieferindustrie die Auswirkungen der globalen Finanzmarktkrise zu spüren.
Das Maßnahmenpaket der Bundesregierung zur Stabilisierung der deutschen Wirtschaft ist ein richtiges und wichtiges Signal, sowohl für die Unternehmen als auch für die Verbraucher. Mit gezielten Maßnahmen können wir es schaffen, die Konjunktur zu stützen und die Einbußen infolge der Krise abzufedern.
Ich halte es für falsch, Käufer von CO2-armen Neuwagen kurzfristig von der Kfz-Steuer zu befreien. Nicht nur hat der Bund für die Steuerausfälle der Länder in Höhe von rund 1,3 Milliarden Euro aufzukommen, auch fällt die Ersparnis für den Einzelnen viel zu gering aus. So beträgt die steuerliche Entlastung für den Halter eines neuen Golf VI 1.4 Trendline, dessen 1,4 Liter großer Benziner mit 80 PS bereits die Euro-5-Norm erfüllt, lediglich 94 Euro pro Jahr. Also etwas mehr als eine Tankfüllung. Dies dürfte in meinen Augen kaum Anreiz genug sein, sich jetzt einen Neuwagen anzuschaffen. Aktuelle Rabatte vieler Hersteller versprechen weit höhere Einsparungen.
Viel wichtiger wäre es jetzt, die Änderung der Kraftfahrzeugsteuer von der Bemessung nach Hubraum auf den CO2-Ausstoß zum 1.1.2009 generell vorzuziehen und somit umweltfreundliche Technologien ganz allgemein steuerlich besserzustellen.