Fördert ein Unternehmen gezielt die Weiterbildung seiner Mitarbeiter, so werden diese motiviert, zu mehr Leistung angespornt und die Verbundenheit mit dem Unternehmen wird gestärkt. Dies geht aus der aktuellen TNS-Infratest-Studie "Weiterbildungstrends in Deutschland 2013" im Auftrag der Studiengemeinschaft Darmstadt (SGD) hervor.
Rudolf Baier

Motivation kann Berge versetzen. Wer motiviert ist, hat ein Ziel und verfolgt es mit Elan und Durchhaltevermögen. "Wir wollten von den Personalverantwortlichen wissen, ob und wie die Motivation der Mitarbeiter durch Weiterbildung beeinflusst wird", sagt Andreas Vollmer, Leiter Studienprogramm und Services bei der SGD. Das Ergebnis sei eindeutig: 57 Prozent sind überzeugt, dass sie die Leistungsbereitschaft steigert. 51 Prozent sehen mehr Verbundenheit. Für 42 Prozent bewirkt sie mehr Freude an der Arbeit.
Fördermöglichkeiten bei Weiterbildung
Die Fördermöglichkeiten reichen von finanzieller Unterstützung über flexible Arbeitszeitgestaltung bis hin zu extra freien Tagen für die Prüfungsvorbereitung. Auch berufliche Entwicklungsmöglichkeiten, mögliche Gehaltserhöhungen, verantwortungsvollere Aufgaben sowie das Interesse des Vorgesetzten am Lernfortschritt motivieren Mitarbeiter in ihrem Lernprozess. Für 64 Prozent der Personalverantwortlichen ist Weiterbildung ein Weg, Fachkräfte aus den eigenen Reihen entwickeln zu können.
Nahezu ebenso viele (63 Prozent) denken, dass sie dadurch Mitarbeitern, die sie im Unternehmen halten möchten, Wertschätzung zeigen und sie motivieren können. 59 Prozent sehen den Vorteil, dass sie Wissen und Know-how gezielt im Unternehmen halten können. Auch bei der Gewinnung neuer Mitarbeiter wird der Weiterbildung ein hoher Stellenwert eingeräumt: 73 Prozent sehen es als relevante Komponente im Prozess der Rekrutierung. "Mit einem attraktiven Weiterbildungsportfolio können Arbeitgeber potenziellen Bewerbern signalisieren, dass es ihnen nicht nur um das aktuelle Wissen des Bewerbers geht, sondern auch um dessen Weiterentwicklungsmöglichkeiten im Betrieb. Dies steigert die Attraktivität eines Unternehmens auf dem hart umkämpften Fachkräftemarkt", resümiert Vollmer.Weiterbildung als Unternehmenskultur
Die jüngste Weiterbildungserhebung des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) zeigt, dass eine Weiterbildungskultur im Betrieb die Lernbereitschaft der Mitarbeiter steigert. Wer Weiterbildung als Unternehmenskultur verankern möchte, sollte Kurse und Seminare zum Teil der Personalplanung machen und jedem Mitarbeiter Weiterbildungsmöglichkeiten anbieten. Führt das Unternehmen strategische Personalplanung durch, so das IW Köln, bilden sich die Mitarbeiter im Schnitt 33 Stunden pro Jahr weiter, ohne seien es nur 23 Stunden im Jahr. Im Jahr 2010 hätten rund 83 Prozent der Unternehmen ihren Mitarbeitern mindestens eine Weiterbildungsmaßnahme angeboten. Dabei kann es sich sowohl um eintägige Seminare als auch mehrjährige berufsbegleitende Qualifikationen wie die Meisterausbildung handeln. Bei zwei von zehn Firmen hätten die Mitarbeiter sogar aus mehr als 20 Weiterbildungsmöglichkeiten wählen können. Angebot ist das eine, Nachfrage das andere: Von 2007 bis 2010 sank der Anteil der Arbeitnehmer, die im Jahr an mindestens einer Weiterbildungsmaßnahme teilnahmen von 44 auf 42 Prozent. Die meisten gaben an, für eine Weiterbildung keine berufliche Veranlassung zu sehen. Als weiterer Grund wurde Zeitmangel genannt – sowohl familiär als auch wegen beruflicher Verpflichtungen. dhz