Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hat Äußerungen des Ifo-Chefs Hans Werner Sinn zurückgewiesen, wonach das Institut in der Krise zu hohe Risiken eingegangen sei. Zwar habe die Bundesbank Ende 2010 im europäischen Individualzahlungssystem "Target2" einen positiven Saldo von 325,5 Milliarden Euro gehabt. Umgekehrt seien die Verbindlichkeiten der Euro-Länder in der Finanzkrise gestiegen.
Weidmann wiederspricht Sinn: "Kein erhöhtes Risiko bei der Bundesbank"
Frankfurt/Main (dapd). Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hat Äußerungen des Ifo-Chefs Hans Werner Sinn zurückgewiesen, wonach das Institut in der Krise zu hohe Risiken eingegangen sei. Zwar habe die Bundesbank Ende 2010 im europäischen Individualzahlungssystem "Target2" einen positiven Saldo von 325,5 Milliarden Euro gehabt. Umgekehrt seien die Verbindlichkeiten der Euro-Länder in der Finanzkrise gestiegen. Doch diese Salden seien kein eigenständiges finanzielles Risiko.
Vielmehr hafte jede nationale Zentralbank nur im Verhältnis ihres Kapitalschlüssels, also gemäß ihrem Anteil am Eigenkapital der Europäischen Zentralbank (EZB), sagte Weidmann. Für die Risikoposition der Bundesbank sei es daher unerheblich, wo diese Salden anfielen. Sie wäre unverändert, wenn sie in gleicher Höhe bei einer anderen Notenbank des Eurosystems anfiele. Die "Target2"-Salden seien also "der falsche Aufsetzpunkt für eine Abschätzung dieser Risiken". Die Bundesbank trägt ein gutes Viertel an der EZB.
Unabhängig davon setze sich die Bundesbank dafür ein, dass der Ausstieg aus den krisenbedingten geldpolitischen Sondermaßnahmen fortgesetzt werde, sobald dies die Lage auf dem Geldmarkt und auf den Finanzmärkten zulässt, sagte Weidmann. Dies sei keine Frage des Ob, sondern des Wann.
dapd
