Auf der weltgrößten Computermesse CeBIT präsentieren rund 3300 Unternehmen aus 70 Ländern ihre Neuheiten. Im Vordergrund steht die Digitalisierung, die auch im Mittelstand um sich greifen wird.
Die Welt von morgen soll müheloser sein. Durch die Etablierung neuer Standards für elektronische Geräte soll eine bessere und einfachere Vernetzung dieser möglich werden. Früher oder später werde die Digitalisierung in allen Bereichen menschlichen Handelns um sich greifen.
Auch kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) sowie das Handwerk würden in zunehmendem Maße von der Digitalisierung erfasst werden. "Unternehmen, die heute noch nicht wissen, wie sie die Herausforderungen der Digitalisierung meistern können, werden es morgen deutlich schwerer haben", sagt Franz Büllingen von WIK Consult. Auf der Messe gibt es daher ein spezielles "Mittelstand-Digital"-Areal.
Hinter dem Begriff der Digitalisierung verbirgt sich eine Steigerung der Effizienz betrieblicher Abläufe durch computergestützte Techniken. Durch den Einsatz dieser werden Prozesse schneller und kostengünstiger abgewickelt. Am Ende der Bestrebungen zu einem Ausbau der Digitalisierung steht eine Verbesserung der Wirtschaftlichkeit des entsprechenden Unternehmens.
Industrie setzt auf Digitalisierung
Eine Ausprägung der Digitalisierung ist die "Industrie 4.0" . Hinter dem Begriff verbirgt sich die Idee einer vierten industriellen Revolution und einer zukünftigen Vernetzung von Maschinen und sonstiger Technik über das Internet. Es soll unter anderem möglich werden, Industrieanlagen aus der Ferne zu warten. Wenn ein Teil verschlissen ist, soll die Maschine sich auch selbstständig zu Austausch oder Reparatur anmelden.
Zudem sollen hochentwickelte Roboter künftig verstärkt gemeinsam mit Menschen zusammenarbeiten. Durch die Auswertung der Daten soll ein effizienteres Wirtschaften erreicht werden. Deutsche ITK-Unternehmen haben laut einer BITKOM-Umfrage ihre Industrie-4.0-Aktivitäten in den letzten zwei Jahren verdreifacht.
Verbesserte Vernetzung
Im Rahmen der Messe haben zudem zwecks der Verbesserung von Vernetzungsmöglichkeiten die Initiativen EEBus und Open Internet Consortium (OIC) eine Kooperation angekündigt. Mitglieder in den Gruppen sind Firmen wie Bosch, Siemens, Eon, Samsung, Acer oder General Electric. EEBus deckt dabei besonders europäische Firmen ab, während OIC vor allem in den USA und Asien stark ist.
Außerdem ist die Sicherheit im Internet ein großes Thema. Zunehmend geraten Dienstleister von Großunternehmen ins Visier von Hackern. Diese seien häufig über das Netz mit dem System ihrer Auftraggeber verbunden, hätten aber Sicherheitsmängel. Daher sei es leichter für Angreifer über diese in das Hauptnetz eines Konzerns vorzudringen.
Partnerland China
Auf der CeBIT werden in diesem Jahr rund 5000 neue Produkte präsentiert. Die fortschreitende Digitalisierung soll durch das Kunstwort "d!conomy" ausgedrückt werden, das gleichzeitig als Motto der Messe dient. Partnerland in diesem Jahr ist China, das mit 600 Ausstellern vertreten ist. Die Volksrepublik ist ein wichtiger Handelspartner Deutschlands. Die Zusammenarbeit beider Länder soll im Bereich der IT und Telekommunikation ausgebaut werden.
BITKOM-Präsident Dieter Kempf erklärte: „China ist nicht nur der weltweit am stärksten wachsende IT-Markt, China zeigt auch, wie ein Land die digitale Transformation zur 'd!conomy' erfolgreich angehen kann". In China werde der IT-Markt 2015 in diesen Bereichen voraussichtlich um 11,4 Prozent auf rund 351 Milliarden Euro wachsen. In Deutschland liege die Wachstumsrate bei lediglich 1,5 Prozent, so eine Prognose des European Information Technology Observatory.
Andere Schwerpunkte der Messe sind Big Data, Cloud-Dienste, das Internet der Dinge, Mobilgeräte, Datensicherheit und "Social Business". jr
