Weg von der Straße
Arbeit ist zielgerichtete, planmäßige und bewusste menschliche Tätigkeit, die unter Einsatz physischer, psychischer und mentaler (geistiger) Fähigkeiten und Fertigkeiten erfolgt. Legt man diese Definition von Wikipedia zu Grunde, müsste man unseren Arbeitsministern ein besonders großes Lob aussprechen. Mindestens seit Helmut Kohl sind Arbeitsminister immer mit besonderer Mission im Einsatz. Unter unserem Einheitskanzler sind nämlich zum ersten Mal die Arbeitslosenzahlen in ungekannte Höhen geschossen mit einer sprunghaft gestiegenen Quote von 3,8 auf 9,3 Prozent im Jahr 1985. Seitdem widmen die Herren Blüm, Riester, Clement etc. ihre ganze Aufmerksamkeit dem Ziel, diese Zahl wieder zu senken. Das ist zwar am Anfang nicht so ganz gelungen, aber über die Jahre haben Blüm und Konsorten in ihrem Vorhaben eine unheimliche Planmäßigkeit und Zielgerichtetheit an den Tag gelegt, die ihresgleichen sucht. Dieses gilt es hier einmal zu würdigen. Wer sonst hätte so viele Instrumente erfunden, eine statistische Zahl zu senken. Wir gehen mal davon aus, dass sie diese Tätigkeit unter Einsatz vielleicht nicht physischer, so doch psychischer und mentaler Fähigkeiten verfolgt haben. Arbeit im oben definierten Sinne also. So viel Arbeit, um andere von der Arbeit fernzuhalten – mit Frühverrentung, Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, Trainingsmaßnahmen, Ausbildungs- und Förderprogrammen etc. Doch Olaf Scholz ist jetzt endgültig übers Ziel hinausgeschossen. Es droht Vollbeschäftigung. Scholz muss aufpassen, dass er sich nicht selbst überflüssig macht. Der Mann wird womöglich arbeitslos. Oder eben auch nicht. Es gibt ja genug Möglichkeiten, ihn von der Straße zu holen.fm