Webseite zeigt Berufsvorlieben

Der Berufe-Checker soll das Interesse an Handwerksberufen wecken. Es wurden mehr neue Lehrverträge als im Vorjahr verzeichnet

Webseite zeigt Berufsvorlieben

Die gute wirtschaftliche Lage macht sich in der Lehrstellenbilanz des Handwerks bemerkbar. „Nach den aktuellen Zahlen haben in diesem Jahr schon 116.392 junge Frauen und Männer einen Ausbildungsvertrag unterschrieben. Ein Plus von 2,5 Prozent“, sagte ZDH-Präsident Otto Kentzler. „Das kann sich sehen lassen.“ Da viele Verträge erst nach den Schulferien eingetragen würden, erwarte er hochgerechnet auf das Gesamtjahr 160.000 neue Ausbildungsverträge. Das wären 5.000 mehr als im Vorjahr.

Noch 20.000 freie Stellen

Als Grund für die besseren Zahlen nannte Kentzler die gute Handwerkskonjunktur mit immer noch „vollen Auftragsbüchern“. Auch das frühere Bemühen der Unternehmen um geeigneten Nachwuchs spiele eine Rolle. Hinzu komme, dass angesichts der ausreichenden Zahl an betrieblichen Ausbildungsplätzen die Zahl der außerbetrieblichen Plätze um ein Drittel zurückgegangen sei. Dies macht sich insbesondere in den neuen Ländern bemerkbar. Dort konnten bis zum Stichtag Ende August mit rund 14.600 neuen Lehrstellen erstmals wieder etwas mehr Verträge als im Vorjahr unterzeichnet werden. Gleichwohl finden sich in den Datenbanken der Handwerkskammern noch 17.000 freie Stellen im Westen und 3.000 freie Ausbildungsplätze im Osten.

Wie Kentzler sagte, wird über die Nachvermittlung ab Oktober noch der eine oder andere Jugendliche eine Lehrstelle bekommen können. Außerdem würden im Rahmen der Nachvermittlung auch Einstiegsqualifikationen (EQ) vergeben. Die Erfahrung habe gezeigt, dass zwei Drittel der so vermittelten Jugendlichen später in eine reguläre Ausbildung einstiegen. Gemeinsam mit den Arbeitsagenturen würden jetzt auch Jugendliche mit Förderbedarf qualifiziert. Wobei die Unternehmen hier unterstützt würden.

Gleichwohl wird es angesichts des demografischen Wandels für Unternehmen schwerer, geeigneten Nachwuchs zu finden. Für ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke ist die Botschaft klar: „Wir werden deutlich mehr machen müssen.“ Den Jugendlichen müsse die Vielfalt der mehr als 130 Handwerksberufe, die Innovationskraft und Perspektiven noch stärker vor Augen geführt werden, auch auf neuen Wegen, sagte er und verwies auf die Imagefilme und den Berufe-Checker im Internet.

Neue Filme mit Simon

So gibt es eine neue Staffel der Imagefilme über Handwerksberufe mit dem Schauspieler Simon Gosejohann. Kurze Filme, die sich Jugendliche auf der Internetseite www.handwerk.de ansehen können. Filme, die auch Ausbildungsberater der Kammern bei Schulbesuchen nutzen können. Außerdem können Jugendliche über dieselbe Internetseite den Berufe-Checker anklicken. „Hier können sie spielerisch entdecken, welche Berufe zu ihnen passen könnten“, erklärte Schwannecke.

Doch damit es so leicht funktioniert, mussten sich zuvor einige Programmierer den Kopf zerbrechen. Herausgekommen ist eine 3-D-animierte Benutzeroberfläche, in der man in fünf Kategorien Vorlieben und Talente eingeben kann. Gefragt wird, ob man lieber drinnen oder draußen, lieber mit Menschen oder Maschinen, eher technisch oder künstlerisch arbeiten möchte. Je nach Schwerpunkten liefert der Berufe-Checker dann eine Auswahl an Berufen.

Mehr Informationen:
www.handwerk.de/berufe-checker