Das persönliche Archiv auf Facebook Was weiß Facebook über mich?

Facebook ist bekannt für die Sammlung persönlicher Daten. Doch was weiß Facebook wirklich? Diese Frage können sich Nutzer ganz einfach selbst beantworten. So funktioniert es.

Sandra Depner

Facebook ist neben Amazon einer der großen Gewinner in der Marken-Rangliste. Das soziale Netzwerk kommt nun auf Platz 15, die Top 10 sind nah. - © picture-alliance / Armin Weigel

Liken, Kommentieren, Chaten: Wer diese Anwendungen auf Facebook nutzt, gibt Daten weiter, die Facebook speichert. Aufschluss darüber kann das "private Facebook-Archiv" geben. Der Nutzer kann sich das Archiv auf Facebook herunterladen.

Was speichert Facebook?

Das persönliche Archiv gibt Aufschluss über alle gegenüber Facebook gemachten Angaben. Doch der Internetkonzern sammelt darüber hinaus viel mehr über seinen Nutzer. Eine Auswahl der gespeicherten Daten:

  • Profil-Informationen: Wohnorte, aktueller Beziehungsstatus und vorherige Beziehungen, Interessen, Gefällt-mir-Angaben, Gruppen
  • mit Facebook verbundene Apps, die der Nutzer nutzt oder genutzt hat – beispielsweise Apps wie Quizduell, Skype oder Tinder
  • geteilte Bilder
  • geteilte Videos
  • alle privaten Chats
  • besuchte Orte, an den sich der Nutzer via Facebook eingecheckt hat
  • Werbung: Eine Liste, die zeigt, welche Werbethemen den Nutzer interessieren
  • Werbung: Eine genaue Liste mit Datum und Uhrzeit, die zeigt auf wann der Nutzer wie auf eine Werbeanzeige reagiert hat ("Klick auf Werbeanzeige" oder "Auf 'X' geklickt")

Facebook weiß mehr als der Nutzer angibt

Ob das alle Daten sind, die Facebook gesammelt hat, ist fraglich. "Facebook sieht nur Daten als 'meine Daten' an, die man selber mitteilt", erklärt Jurist Julian Graf von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Auf anderem Wege auf die Facebook-Server gelangte Informationen zur eigenen Person sind also möglicherweise nicht im Archiv enthalten. Facebook besitzt persönliche Daten von Nutzern, die diese nicht selbst angegeben haben.

Kein Nutzer? Facebook sammelt trotzdem Daten

Auch von solchen, die gar kein Nutzerkonto bei Facebook haben: Viele Mitglieder laden – absichtlich oder unbeabsichtigt – die Adressbücher ihrer Telefone auf die Server des Unternehmens. So sollen Freunde zum Vernetzen gefunden werden. Dabei gelangt das Unternehmen aber auch in den Besitz persönlicher Daten über den Bekanntenkreis – ohne Wissen und häufig gegen den Willen der Betroffenen. "Das ist ein Riesenproblem", sagt Verbraucherschützer Graf. Allerdings kann man Facebook zum Löschen aller über die eigene Person gespeicherten Daten auffordern. Graf: "Da muss man dann aber hartnäckig bleiben."  (mit Inhalten von dpa)