Allgemeine Wirtschaftsdaten: Wachstumsdynamik sinkt
Warnsignale nehmen zu
Die deutsche Wirtschaft hat nach dem unerwartet kräftigen Wachstum zu Jahresbeginn im 2. Quartal an Schwung verloren. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte saisonbereinigt gegenüber dem Vorquartal gesunken sein. Im weiteren Jahresverlauf belasten die hohen Rohstoffpreise, der starke Euro und die Abkühlung der Weltkonjunktur die wirtschaftliche Entwicklung. Gleichwohl soll das reale Wirtschaftswachstum 2008 noch 2,4 Prozent erreichen.
Der private Verbrauch wird auch dieses Jahr nicht die erhoffte Konjunkturstütze sein. Für die erste Jahreshälfte rechnet das ifo-Institut nur mit einem realen Anstieg der privaten Konsumausgaben um 0,5 Prozent. Hauptgrund für die Schwächephase sind die rasant gestiegenen Energie- und Lebensmittelpreise.
Nachdem die Ausrüstungsinvestitionen der gewerblichen Wirtschaft im 1. Quartal 2008 aufgrund von Sondereffekten noch äußert kräftig zugelegt haben, dürfte es zwischen April und Juni als Gegenreaktion zu einer Beruhigung gekommen sein. Unabhängig davon bremsen verschlechterte Finanzierungsbedingungen und die eingetrübten Absatzperspektiven das Investitionstempo.
Die Ausfuhrentwicklung hat nach dem Anstieg in den ersten vier Monaten im Mai einen empfindlichen Dämpfer erhalten. So sind die Exporte im Vergleich zum April kalender- und saisonbereinigt um 3,2 Prozent gesunken; gegenüber dem Vorjahresmonat gab es nur noch ein leichtes Plus von 2,5 Prozent.
Die Inflation hat nach einer leichten Entspannung im April in den Folgemonaten wieder angezogen. So lag die allgemeine Teuerungsrate im Mai und Juni bei 3,0 bzw. 3,3 Prozent. Verantwortlich hierfür war vor allem die drastische Verteuerung bei Energie und Lebensmitteln. Beide Bereiche erklären weit mehr als die Hälfte der gesamten Preissteigerung. Der Preisauftrieb dürfte kaum nachlassen und belastet die Konsumneigung der Verbraucher erheblich.
Am Arbeitsmarkt setzte sich die positive Grundtendenz fort. Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung sind weiter gestiegen, wenngleich die Zuwächse aufgrund des milden Winters und der geringeren Konjunkturimpulse zuletzt schwächer ausfielen. Im Gegenzug nahm die Arbeitslosigkeit weiter ab. Im Juni lag die Zahl der registrierten Erwerbslosen bei 3,16 Millionen, das waren 528.000 oder 14 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote verringerte sich damit von 8,8 auf 7,5 Prozent.