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Umtauschfristen für Führerscheine Wann der Führerschein umgetauscht werden muss

Bis 2033 müssen Millionen ältere Führerscheine in neue EU-Dokumente umgetauscht werden. Um einen möglichen Massenansturm in letzter Minute zu vermeiden, stimmte der Bundesrat für einen Plan, den Umtausch schon früher beginnen zu lassen - schrittweise je nach Geburtsjahrgang. Die Umstauschstufen im Überblick.

Dieser Artikel ist Bestandteil des Themenpakets Auto: Themen rund ums Fahrzeug

Millionen von Autofahrern in Deutschland haben noch ihren alten Führerschein – "Lappen" – dessen Tage aber sind gezählt. Denn bis spätestens zum 19. Januar 2033 müssen die Dokumente gegen neue Plastikkärtchen in einheitlichem EU-Standard umgetauscht sein. Um einen möglichen Massenansturm in letzter Minute zu vermeiden, stimmte der Bundesrat für einen Plan, den Umtausch schon früher beginnen zu lassen - schrittweise je nach Geburtsjahrgang. Ziel ist es, bis zum Jahr 2028 möglichst viele Alt-Führerscheine umzutauschen, da ab diesem Zeitpunkt auch die seit 2013 neu ausgestellten Führerscheinkarten ihre Gültigkeit verlieren und erneuert werden müssen. Setzt die Bundesregierung den Fristenplan zum Führerscheinumtausch um, kann die Verordnung in Kraft treten.

Führerschein nur noch 15 Jahre gültig

Betroffen sind insgesamt rund 43 Millionen Autofahrer in Deutschland. Grundsätzlich gilt, dass Führerscheine, die ab dem 19. Januar 2013 ausgestellt wurden, nur noch 15 Jahre gelten. Der Schein wird umgetauscht, damit das Bild möglichst aktuell ist. Zusätzliche regelmäßige ärztliche Untersuchungen oder sonstige Prüfungen sind damit nicht verbunden. Die Fahrerlaubnis bleibt vom Umtausch der Dokumente unberührt - eine neue Prüfung ist also nicht nötig. Dafür aber ein Foto - und laut ADAC rund 25 Euro Gebühr für den neuen EU-Führerschein.

Mit dem einheitlichen EU-weiten Führerscheindokument soll ein möglichst aktueller Fälschungsschutz gewährleistet sein. Bei Kontrollen sind Besitzer leichter zu erkennen, wenn das Foto nicht so alt ist. Mit der bereits 2006 beschlossenen EU-Richtlinie sollen die Vorschriften zu mehr als 110 Führerscheinarten in Europa vereinheitlicht werden.

Welche Fristen sind für den Umtausch der Führerscheine geplant?

Umtauschfristen für Führerscheine, die bis einschließlich 31. Dezember 1998 ausgestellt worden sind

Geburtsjahr des Fahrerlaubnisinhabers Tag, bis zu dem der Führerschein umgetauscht sein muss  
Vor 1953   19.01.2033
1953-1958   19.01.2022  
1959-1964   19.01.2023  
1965-1970   19.01.2024  
1971 oder später   19.01.2025

Umtauschfristen für Führerscheine, die ab 1. Januar 1999 ausgestellt worden sind

Ausstellungsjahr   Tag, bis zu dem der Führerschein umgetauscht sein muss  
1999-2001   19.01.2026  
2002-2004   19.01.2027  
2005-2007   19.01.2028  
2008   19.01.2029  
2009   19.01.2030  
2010   19.01.2031  
2011   19.01.2032  
2012-18.01.2013   19.01.2033  

Quelle: Bundesrat

Warum wurde der neue Führerschein 2013 eingeführt?

Führerschein-Tourismus soll erschwert werden 

Der neue Führerschein im Scheckkartenformat ist die Umsetzung einer EU-Richtlinie. Zum einen soll durch den Umtausch Führerscheinfälschern das Handwerk gelegt werden.

Zum anderen ist es Ziel der Neuregelung, ein EU-weites Fahrerlaubnisregister zu errichten, um so den sogenannten Führerschein-Tourismus zu erschweren.

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Scheckkarte bei internationalem Führerschein nötig

Egal, wann der Führerschein ausgestellt wurde: Unerlässlich ist der Umtausch, wenn wegen einer Fernreise ein internationaler Führerschein erforderlich ist. Dieser kann nur für Inhaber eines neuen Scheckkartenführerscheins ausgestellt werden. Internationale Führerscheine werden etwa in den USA benötigt. In den EU-Staaten ist der zusätzliche internationale Führerschein nicht nötig.

Nach der EU-Führerscheinrichtlinie müssen sämtliche bisher geltenden Führerschein-Dokumente, also auch DDR-Führerscheine, in den anderen EU-Staaten und den EWR-Staaten anerkannt werden. Darauf weist der ADAC hin. Es darf weder die neue Führerschein-Plastikkarte noch eine Übersetzung oder gar zusätzlich ein internationaler Führerschein verlangt werden.

Wer schon jetzt ein neues Dokument im Scheckkartenformat haben möchte, hat keinen großen Aufwand: Die Bearbeitungsgebühr in Höhe von 25 Euro bei der ausstellenden Behörde einzahlen sowie den alten Führerschein und ein neues Foto vorlegen. dpa/dhz

Dieser Artikel wurde aktualisiert am 18. Februar 2019.

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