Nicht nur virtuell tauchen die Besucher der weltgrößten Messe für Computerspiele in neue Welten ein. Auch aufwendig designte Messestände vom bayerischen Hallenbauer Stagegroup wecken die Phantasie bei der Gamescom in Köln. Für den Auftritt des Jugendforums NRW haben Nachwuchshandwerkerinnen die Helden aus Videospielen in den Stand eingebracht.
Dschungellandschaft, Eishöhlen und Hubschrauber-Kulissen setzten die Handwerker von Stagegroup aus dem bayerischen Zorneding bereits für die weltgrößten Messe für interaktive Unterhaltungselektronik Gamescom um. Über 250.000 Besucher sollen vom 15. bis zum 19. August auf 140.000 Quadratmeter auch die phantasievolle Ideen im Hallenbau sehen.
Die Kreativität muss dabei mit behördlichen Auflagen verbunden werden. "Gerade bei Messen haben wir sehr strenge Sicherheitsauflagen, da sich gigantische Menschenmassen in den Hallen befinden", sagt Thomas Eisenberg, Geschäftsführer von Stagegroup. Seine Konstruktionen sind bis zu neun Meter hoch und mit mehreren Kilometern Kabeln vernetzt.
Im letzten Jahr bekamen die Handwerker von Stagegroup auf der Gamescom einen Award für den besten Stand. 2012 bauten die Handwerker neben zwei Spielständen auch drei Businesscenter, mit vollklimatisierten und schallgeschützten Räumen. "Langweilig wird unser Job nicht, denn jede neue Produktion hat ganz eigene Herausforderungen", kommentiert Eisenberg. Das könnte auch die jungen Besucher für Handwerke im Hallenbau wie Elektriker, Tischler oder Schreiner begeistern.
Praktische Nachwuchsarbeit im Hallenbau
Der Nachwuchs aus dem Handwerkerinnenhaus Köln zeigt wie es geht: Den Messestand des Jugendforums NRW bauten die Mädchen des Handwerkerinnenhaus Köln. Sie fertigen technische Zeichnungen an, setzen sich mit der Stabilität des Standes auseinander und haben den Messeauftritt anschließend selbst gebaut und mit Figuren aus Videospielen bemalt.
"In unserem Haus in Köln-Nippes möchten wir junge Mädchen und Frauen an das Handwerk heranführen, ihnen berufliche Perspektiven aufzeigen und mit der Vorstellung von klassischen Männer- oder Frauenberufen brechen", sagt Claudia Heukamp. Die gelernte Malermeisterin leitet verschiedene Kurse im Handwerkerinnenhaus. Dabei zeigt sie Mädchen mit Materialien wie Holz, Glas oder Metall umzugehen.
"Neben der handwerklichen Tätigkeit haben die Mädchen bei dem Projekt für die Gamescom auch Kundenkontakt – sie lernen, was es heißt einen Auftrag anzunehmen, zu planen und durchzuführen", sagt Claudia Heukamp. So kann bekommen die Nachwuchshandwerkerinnen einen umfassenden Einblick in den Beruf. Handwerker, die sich an dem Nachwuchsprojekt beteiligen möchte, finden hier weitere Informationen. dhz
