Noch hängen die Installationszahlen bei Wärmepumpen weit hinter den Ausbauzielen hinterher. Doch das soll sich ändern. Das Projekt "Wespe" soll helfen, Wärmepumpen schneller installieren zu können.

Rund 236.000 Wärmepumpen für die Heizung wurden im vergangenen Jahr in Deutschland installiert. Das war zwar eine Steigerung um 53 Prozent gegenüber 2021. Das von der Bundesregierung ausgegebene Ziel von 500.000 Wärmepumpen pro Jahr liegt aber noch in weiter Ferne.
Um das Ausbauziel trotz Fachkräftemangel zu erreichen, hat der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) Anfang Oktober ein Forschungsprojekt gestartet. Im Verbund von Handwerk, Wissenschaft, Großhandel und Industrie wollen die Teilnehmer innerhalb der nächsten drei Jahre die Installationszeiten von Wärmepumpen deutlich reduzieren.
Höherer Vorfertigungsgrad bei Wärmepumpen
Das Projekt "Wespe" (Wärmepumpen-Einbau schneller, produktiver und effizienter) soll eine Plattform zur Vereinfachung, Entwicklung, Erprobung und praxisnahen Schulung neuer Einbau- und Umrüstprozesse für Wärmepumpen entwickeln. "Wespe" teilt sich in einen physischen Teil, in dem es unter anderem um einen höheren Vorfertigungsgrad geht, und einen digitalen Bereich, in dem zum Beispiel Beschaffungsprozesse oder die gewerkeübergreifende Koordination vereinfacht werden sollen. Der Fokus liege dabei auf Ein- und Zweifamilienhäuser, wie Projektleiter Matthias Thiel vom ZVSHK erklärt.
Sieben Arbeitspakete stehen auf dem Programm. Zuerst geht es um eine Ist-Analyse der dreistufigen Wertschöpfungskette vom Hersteller über den Großhandel bis zum Einbau der Wärmepumpe durch SHK-Monteure und Elektriker. Aus Sicht des Handwerks wird vor allem der Münchener SHK-Betrieb Hans Schramm seine Erfahrungen einbringen. Insgesamt würden 20 bis 30 Handwerksunternehmen eingebunden, etwa durch Experteninterviews auf der Baustelle. Seitens der Wissenschaft wird der ZVSHK von den Fraunhofer-Instituten für solare Energiesysteme und für Bauphysik unterstützt, die unter anderem ein Testgelände als Innovationslabor zur Verfügung stellen. Zusammen mit dem Kompetenzzentrum der SHK-Innung Berlin sollen sie zudem E-Learning-Module entwickeln.
Weniger Anträge auf Förderung
Sechs Millionen Wärmepumpen sollen bis 2030 nach dem Wunsch der Bundesregierung installiert sein. "Ob wir das mit dem vorhandenen Personal schaffen, kann niemand seriös vorhersagen. Aber wir wollen die Lücke zwischen den aktuellen Installationszahlen und den Ausbauzielen so weit wie möglich schließen", sagt Projektleiter Matthias Thiel, wohl wissend, dass dafür auch die Rahmenbedingungen stimmen müssen. Aktuell geht die Nachfrage nach Wärmepumpen zurück. Zwischen Januar und August war bei der Bundesanstalt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) die Zahl der Anträge auf Wärmepumpenförderung um mehr als 70 Prozent eingebrochen.