Gebäudemodernisierungsgesetz Wärmepumpen: 33 Prozent mehr Absatz – und trotzdem Sorge

Im Januar 2026 wurden 24.000 Wärmepumpen verkauft, 2025 überholte die Technologie erstmals die Gasheizung. Doch der Bundesverband Wärmepumpe fürchtet, dass die neuen Eckpunkte zum Heizungsgesetz den Aufschwung gefährden könnten. Was hinter der Warnung steckt.

Der Wärmepumpen-Absatz wächst – doch der Branchenverband sieht die Eckpunkte zum neuen Heizungsgesetz mit gemischten Gefühlen. - © Robert Poorten - stock.adobe.com

Die Wärmepumpenbranche sieht Licht und Schatten in den Eckpunkten zum neuen Gebäudemodernisierungsgesetz. "Die Koalition setzt ein wichtiges Zeichen, indem sie die Fortsetzung der bestehenden Heizungsförderung bis mindestens 2029 bekräftigt", sagte Martin Sabel, Geschäftsführer des Bundesverbands Wärmepumpe (BWP). Er wolle dabei CDU-Fraktionschef Jens Spahn beim Wort nehmen, nachdem dieser am Mittwoch im ZDF-"Morgenmagazin" gesagt hatte: "Die Förderung wird so fortgesetzt, wie sie ist." Kritik übte der Verband an der Abschaffung der 65-Prozent-Regel, die bisher für neu eingebaute Heizungen einen Anteil von 65 Prozent an erneuerbaren Energien vorsah.

Mehr Planungssicherheit durch Eckpunktepapier

Der stellvertretende BWP-Vorstandsvorsitzende und Geschäftsführer von Stiebel Eltron, Kai Schiefelbein, zeigte sich erleichtert, dass sich die Koalition auf ein gemeinsames Eckpunktepapier geeinigt hat. Dies schaffe für alle in der Branche eine "gewisse Planungssicherheit". Auch sei es "hervorragend, dass die BEG-Förderung so erhalten bleiben soll, wie sie ist". Damit habe die Branche die Sicherheit, dass es keine "disruptiven Auswirkungen" auf den Markt geben werde. Solche hatten der Industrie und auch dem SHK-Handwerk in der Vergangenheit große Probleme bereitet.

Wärmepumpen-Absatz im Januar 2026 weiter gestiegen

Dies gilt umso mehr, da der Wärmepumpen-Absatz in den vergangenen Monaten zugelegt hat. Wie Sabel betonte, wurde im Januar mit 24.000 verkauften Geräten ein Wachstum von 33 Prozent im Vergleich zu Anfang 2025 erzielt. Damit liege der Absatz in den vergangenen zwölf Monaten jeweils höher als im Vorjahresmonat. 2025 hat die Branche mit insgesamt 299.000 verkauften Wärmepumpen erstmals auch mehr Einheiten als bei Gasheizungen abgesetzt.

Weniger Klimaschutz durch Wegfall der 65-Prozent-Vorgabe

Mit Blick auf die Eckpunkte für die geplante Reform verwies Sabel auf das Ende der Paragrafen 71 bis 71p und damit auf den Wegfall der 65-Prozent-Regelung. Die angekündigte Biomasse-Treppe für neue Gas- und Ölheizungen werde deren Wirkung nicht ersetzen können, wenn sie erst 2029 einsetze und dann nur einen Erneuerbaren-Anteil von 10 Prozent vorsehe. Dies schaffe mit Blick auf bestehende Klimaschutzgesetze erhebliche Rechtsunsicherheit. "Hier sollte die Koalition erwägen nachzusteuern", forderte er. Der Verband betonte, dass durch den Austausch einer alten Gasheizung gegen eine Wärmepumpe deutlich mehr klimaschädliches Gas eingespart werde als durch den Einbau einer neuen Gas-Brennwertheizung.

Verschärfter Wettbewerb durch China

Der Verband wies außerdem darauf hin, dass die Wärmepumpenbranche in Deutschland und Europa zwar gut aufgestellt sei, aber einem sich verschärfenden Wettbewerb gegenüberstehe. Dies gelte insbesondere für die Konkurrenz aus China, betonte Schiefelbein. Die Politik müsse aus Fehlern der Vergangenheit lernen, damit es nicht so ende wie bei Photovoltaik, Windkraft oder Batterien. "Wir brauchen die Unterstützung der Politik", sagte Schiefelbein.