Wachstumstempo lässt nach

Allgemeine Wirtschaftsdaten: Privatkonsum gebremst

Wachstumstempo lässt nach

Die deutsche Wirtschaft hat zum Jahresende an Dynamik eingebüßt. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt ist in den letzten drei Monaten saison- und kalenderbereinigt langsamer gewachsen als noch im 3. Quartal. Im Jahr 2009 ist die Wirtschaftsleistung nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes um real 5,0 Prozent eingebrochen. Deutschland stürzte damit in die tiefste Rezession der Nachkriegsgeschichte.

Die private Konsumnachfrage blieb zuletzt ziemlich schwach. Es war eine klare Kaufzurückhaltung der Bundesbürger zu spüren. Angesichts der Unsicherheit über die weitere Arbeitsmarktentwicklung haben sie die Sparquote merklich erhöht. So hat der Einzelhandel im November, in dem das wichtige Weihnachtsgeschäft startet, 1,2 Prozent weniger Einnahmen verbucht als ein Monat zuvor.

Die Ausrüstungsinvestitionen haben nach dem leichten Anstieg im 3. Quartal erneut etwas zugelegt. Dabei dürften hauptsächlich Investitionsgüterkäufe nachgeholt worden sein, die in der ersten Jahreshälfte 2009 wegen des drastischen Produktionseinbruchs zurückgestellt wurden. Eine nachhaltige Investitionsbelebung ist aufgrund einer immer noch erheblichen Unterauslastung derzeit nicht in Sicht.

Der Außenhandel gewann im Zuge der sich langsam stabilisierenden Weltwirtschaft in den vergangenen Monaten wieder an Schwung. Im November sind die Exporte zum dritten Mal in Folge gestiegen, und zwar mit 1,6 Prozent im Vergleich zum Vormonat wesentlich kräftiger als erwartet. Wie stark Deutschland trotzdem noch unter den Folgen der globalen Krise leidet, zeigt der Rückgang gegenüber dem Vorjahresmonat um 15,9 Prozent.

Die Preisentwicklung verlief auch im Jahresendquartal in ruhigen Bahnen, wenngleich ab November der Preisauftrieb etwas zugenommen hat. So lag die allgemeine Teuerungsrate im Dezember bei 0,9 Prozent. Preisbeschleunigend wirkten vor allem die Mineralölprodukte, ohne ihre Einrechnung hätte sich nur ein Wert von 0,5 Prozent ergeben. Im Jahresdurchschnitt 2009 betrug die Teuerung nur 0,4 Prozent; dies war die niedrigste Steigerungsrate seit der Wiedervereinigung.

Der Arbeitsmarkt zeigt sich angesichts des tiefen Konjunktureinbruchs weiterhin als erstaunlich robust. So fiel der saisonbereinigte Rückgang bei Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung bisher gemäßigt aus. Die intensive Inanspruchnahme der Kurzarbeit und die Nutzung flexibler Arbeitszeitregelungen spielten hierbei eine wichtige Rolle. Im Dezember 2009 betrug die registrierte Arbeitslosenzahl 3,26 Millionen, das waren 173.500 mehr als vor einem Jahr. Damit stieg die Arbeitslosenquote von 7,4 auf 7,8 Prozent.