Laut Finanzministerium hat sich der konjunkturelle Aufschwung in Deutschland im Frühjahr "überaus dynamisch fortgesetzt". Die Aussichten werden aber etwas gedämpft.
Wachstum wird sich verlangsamen
Es lasse sich aus bislang vorliegenden Daten bereits ableiten, dass das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts im zweiten Quartal "an Breite gewonnen hat", schreibt das Ministerium in seinem Monatsbericht. Im zweiten Quartal betrug das BIP-Wachstum 2,2 Prozent.
Auch das dritte Quartal hat laut Finanzministerium positiv begonnen. Die monatlichen Konjunkturindikatoren signalisierten einen "günstigen Einstieg" der deutschen Wirtschaft in das dritte Quartal. Eine Vielzahl von Stimmungsindikatoren seien "klar aufwärtsgerichtet". Zugleich werde die industrielle Produktion weiterhin von einer deutlich verbesserten Auftragslage profitieren.
"Erheblicher Korrekturbedarf"
Jedoch rechnet das Ministerium damit, dass die zweite Jahreshälfte 2010 weniger gut ausfalle als die erste. Was die Wachstumserwartungen für das gesamte Jahr betrifft, bestehe "erheblicher Korrekturbedarf". Die Bundesregierung erwartet offiziell lediglich 1,4 Prozent Wachstum.
Eine neue Wachstumsschätzung will sie erst am 21. Oktober veröffentlichen. Jüngst hatte der Vorsitzende der Wirtschaftsweisen, Wolfgang Franz, geäußert, das deutsche Wachstum könne 2010 bei einem guten Konjunkturverlauf sogar über drei Prozent liegen. Auch die Deutsche Bundesbank hatte verkündet, dass mit einem BIP-Anstieg um drei Prozent zu rechnen sei.
Die jüngsten Indikatoren signalisierten laut Ministerium eine Fortsetzung des lebhaften Außenhandels und eine Belebung des privaten Konsums. Daher drohten im weiteren Jahresverlauf in Deutschland etwas höhere Preissteigerungsraten. Allerdings sei vorerst nicht davon auszugehen, dass die Preissteigerungen auf der Produktionsstufe auch die Verbraucher zu spüren bekämen. Die Bundesbank rechnet damit, dass sich das bisher außerordentlich hohe Exportwachstum verlangsamen werde.
ddp