Die Landesbausparkassen (LBS) verzeichnen 2009 nach jahrelangen Rückgängen im deutschen Wohnungsneubau wieder eine Erholung. Im dritten Quartal sei bei den Wohnungsbaugenehmigungen ein Zuwachs von 6,6 Prozent zu verzeichnen.
Wachstum bei Wohnungsneubau
Im dritten Quartal sei bei den Wohnungsbaugenehmigungen ein Zuwachs von 6,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal verzeichnet worden, sagte LBS-Verbandsdirektor Hartwig Hamm in Berlin. Für das vierte Quartal werde mit einem Anstieg um 13,0 Prozent gerechnet. Die ersten beiden Quartale hätten noch Minusraten von 11,3 beziehungsweise 5,6 Prozent aufgewiesen.
176.000 Wohnugen 2009
Für das Gesamtjahr rechnet Hamm mit einem Wachstum von 1,0 Prozent auf 176.000 genehmigte Wohnungen im Vergleich zu 2008. Davon entfielen mehr als zwei Drittel auf Eigenheime und Eigentumswohnungen. Rund 170.000 Wohnungen würden voraussichtlich fertiggestellt. Für 2010 erwarten die Landesbausparkassen eine weitere Steigerung um rund 11,0 Prozent auf 195.000 Genehmigungen für Wohnungsneubauten. Das wäre der höchste Wert seit vier Jahren. Als Gründe für die Wachstumsraten nannte Hamm die abklingende Unsicherheit potenzieller Bauherren nach der Finanzkrise und die
Riester-Förderung für Wohnungseigentümer.
Hoher Bedarf in den nächsten Jahren
"Die Richtung stimmt, aber wir sind noch weit vom tatsächlichen Neubaubedarf entfernt", ergänzte der Verbandsdirektor. Hamm rechnet künftig wegen der zunehmenden Zahl der Haushalte mit einem Bedarf an zusätzlichen Wohnungen von 300.000 Einheiten pro Jahr und berief sich dabei auf eine LBS-Umfrage unter deutschen Wohnungsbauexperten.
Da Neubauten auf dem Wohnungsmarkt nach Hamms Einschätzung künftig in höherem Maße von Eigenheimbauern geschaffen werden als von Kapitalanlegern, die in Mietwohnungen investieren, seien Förderangebote und Baulandprogramme von Ländern und Kommunen erforderlich.