Besonders bei kleinen und mittleren Unternehmen ist das Eigenkapital häufig knapp und die damit verbundene Liquidität gefährdet. Zu den Möglichkeiten der Fremdfinanzierung zählt unter anderem das Factoring. Immer mehr Betriebe interessieren sich offenbar für dieses Modell.
Beim diesem Finanzierungsgeschäft verkauft der Betrieb Forderungen aus Warenlieferungen oder Dienstleistungen an ein Factoring-Unternehmen, um kurzfristig seine Zahlungsfähigkeit sicherzustellen.
Nach dem neuesten Bericht des Bundesverbandes Factoring für den Mittelstand (BFM) steigt das Interesse bei den Betrieben immer mehr an. "Nach 10 Prozent Plus im abgelaufenen Jahr rechnen wir auch 2012 mit zweistelligem Wachstum beim Ankaufvolumen", erklärt Volker Ernst, Vorstandsvorsitzender des BFM. Gerade nach den Erfahrungen der Krisenjahre würden immer mehr KMU auch bankenunabhängige Instrumente in den Finanzierungs-Mix aufnehmen.
Nach Einschätzung der Unternehmensberatung FCM stehen gerade viele kleine und mittlere Unternehmen vor der Frage, wie sie ihre Investitionen finanzieren sollen, wenn ein Großteil ihrer finanziellen Mittel zur Finanzierung von Zahlungszielen eingesetzt werden muss. Eine Alternative ist der Kontokorrentkredit. Hohen Zinsen und der höhere Verschuldungsgrad würden aber immer mehr Unternehmen von dieser Variante abhalten, so die Analysten.
Alleine binnen der vergangenen zehn Jahre ist das Factoring-Volumen jedes Jahr durchschnittlich um fast 20 Prozent gewachsen. 2011 wuchs das Factoring-Volumen um knapp 19 Prozent auf 157,26 Milliarden Euro. sg/BFM