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Steuertipp Vorsteuerrisiko bei fehlerhaftem Mietvertrag

Haben Sie Büroräume, eine Lagerhalle oder ein Werkstattgebäude angemietet und zahlen neben der Miete auch Umsatzsteuer an den Vermieter? Dann sollten Sie sich unbedingt den Mietvertrag genau anschauen. Bei möglichen Prüfungen des Finanzamts werden Mietverträge künftig wohl im Mittepunkt der Überprüfungen stehen.

Denn nach einem Urteil des Finanzgericht Münster kippt der Vorsteuerabzug aus den Mietzahlungen nämlich, wenn der Mietvertrag einen fehlerhaften Passus zur Umsatzsteuer ausweist. Zahlen Sie an den Vermieter eine monatliche Miete und Umsatzsteuer, bekommen Sie vom Finanzamt die bezahlte Umsatzsteuer als so genannte Vorsteuer wieder erstattet. Das klappt sogar dann, wenn der Vermieter nicht monatlich eine Rechnung über die Miete schickt. Denn der Mietvertrag wird als Rechnung eingestuft.

Passus im Mietvertrag zur Umsatzsteuer im Fokus des Finanzamts

Da der Mietvertrag die Rechnung darstellt, die den Mieter dazu berechtigt, beim Finanzamt eine Vorsteuererstattung zu beantragen, muss der Mietvertrag auch die Voraussetzungen für eine Rechnung erfüllen. Deshalb gilt: Der Vorsteuerabzug aus einem Mietvertrag scheidet aus, wenn der Mietvertrag nur den Passus „zuzüglich der jeweils gesetzlichen Umsatzsteuer“ enthält, die Umsatzsteuer nicht gesondert ausgewiesen ist und auch kein Hinweis zur Option nach § 9 UStG enthalten ist (FG Münster, Urteil v. 29.9.2020, Az. 15 K 2680/18).

Steuertipp: Taucht dieser Fehler im Rahmen einer Umsatzsteuer- oder Betriebsprüfung des Finanzamts auf, gelten die Grundsätze zur rückwirkenden Rechnungsberichtigung leider nicht. Das bedeutet: Das Finanzamt fordert die Vorsteuer zunächst mit Zinsen zurück und erstattet die Vorsteuer erst wieder, wenn Sie berichtigte Rechnungen bzw. einen berichtigten Mietvertrag vorlegen können. Auf den Nachzahlungszinsen bleiben Sie somit leider sitzen.

Weitere Steuertipps finden Sie im DHZ-Steuerarchiv.

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