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SARS-CoV-2- Arbeitsschutzstandard Vor dem Re-Start: Diese Arbeitsschutzregeln gelten für Friseure

Ab dem 1. März dürfen Friseursalons und Barbershops wieder öffnen. Vorausgesetzt ist jedoch die Einhaltung von Hygieneauflagen. Der kürzlich aktualisierte SARS-CoV-2- Arbeitsschutzstandard der BGW gilt hierbei als Richtschnur. Die wichtigsten Änderungen zur Vorgängerversion sind hier zusammengefasst.

Dieser Artikel ist Bestandteil des Themenpakets Coronavirus

"Endlich", kommentierte der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks die Nachricht, dass Friseursalons und Barbershops ab dem 1. März wieder öffnen dürfen. "Unter Auflagen zur Hygiene, zur Steuerung des Zutritts mit Reservierungen sowie unter Nutzung medizinischer Masken", heißt es im Beschluss von Bund und Ländern. Doch was bedeutet das konkret?  

Eine Hilfestellung bietet der SARS-CoV-2- Arbeitsschutzstandard der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW). Dieser wurde zuletzt am 8. Februar 2021 aktualisiert und an die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung des Bundesarbeitsministeriums vom 21. Januar angepasst. Der Branchenstandard ist eine Richtschnur zur Auslegung des Arbeitsschutzgesetzes. Die BGW orientiert sich bei ihrer Beratung und Überwachung an den darin festgelegten Maßnahmen. 

Diese Schutzmaßnahmen sollten in Friseursalons umgesetzt werden 

Auflagen wie Schneiden nur am gewaschenen Haar, Abstände von mindestens 1,5 Metern um jeden Arbeitsplatz sowie eine regelmäßige Säuberung von Kontaktpunkten sind noch aus der Zeit vor dem zweiten Lockdown bekannt – und haben noch immer Gültigkeit. In einigen Punkten wurde der SARS-CoV-2- Arbeitsschutzstandard noch strenger gefasst. Hier eine Übersicht zu den wichtigsten Änderungen gegenüber der Version vom 30. Dezember 2020:  

  • Eine Mindestfläche von zehn Quadratmetern pro Person darf nicht unterschritten werden, befinden sich mehrere Personen im Raum 
  • Pausenräume müssen durchgängig gelüftet werden, wenn sich mehrere Personen darin aufhalten 
  • Beschäftigte tragen immer mindestens Mund-Nasen-Schutz (medizinische Gesichtsmaske), auch bei Hausbesuchen 
  • Für Kunden gilt die vorgeschriebene Bedeckung von Mund und Nase nach den jeweiligen Verordnungen der Länder 
  • Die Verwendung von FFP2-Masken beim Bedienen von Kunden, die keine vorgeschriebene Bedeckung von Mund und Nase tragen können, ist präzisiert  
  • Die Salonleitung muss Beschäftigten für Büroarbeit oder vergleichbare Tätigkeiten Homeoffice anbieten, wenn keine zwingenden betriebsbedingten Gründe dagegenstehen 

Weitere wesentliche – bereits vorher geltende Schutzmaßnahmen sind:

  • Ist der Abstand von mindestens 1,5 Metern nicht möglich, sind weitere Schutzmaßnahmen zu ergreifen (z. B. eine Trennscheibe im Kassenbereich) 
  • Kontaktloses Bezahlen sollte bevorzugt angeboten werden 
  • Ein Luftaustausch durch Lüften sollte alle 20 Minuten in allen Arbeits-, Pausen- und Sanitärräumen erfolgen 
  • Mitarbeiter und Kunden müssen sich nach dem Betreten des Salons die Hände waschen oder desinfizieren 
  • Haare sollten vor dem Schnitt immer zuerst gewaschen werden 
  • Werden Zeitschriften oder Getränke angeboten, sind Hygienemaßnahmen wie Handschuhe, Handdesinfektion sowie ein Mundschutz empfohlen 
  • Personenansammlungen im Salon sollen durch persönliche Terminvergabe vermieden werden 
  • Die Dokumentation von Kundenkontaktdaten richtet sich nach den Vorschriften des jeweiligen Bundeslandes 

Achtung bei strengeren Vorgaben von Bund, Ländern oder Kreisen 

Die BGW weist darauf hin, dass Betriebe auch die Vorgaben von Bund, Ländern oder Kreisen beachten müssen. "Es ist nicht auszuschließen, dass Regelungen der Länder zum Infektionsschutz höhere Anforderungen festlegen, als der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard sowie die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel des BMAS, oder umgekehrt. Hier sollte jeweils die höhere Anforderung von Arbeitgebern sowie Arbeitgeberinnen erfüllt werden." Auch die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) legen wichtige Hygieneregeln, insbesondere zum Schutz der Bevölkerung fest. Diese sollten ebenfalls berücksichtigt werden, teilt die Berufsgenossenschaft mit.   

>>> Zum Download: Der vollständige SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard für das Friseurhandwerk (BGW)  

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