Kofa-Studie Vor allem SHK-Betriebe könnten viel mehr Personal einstellen

Auch im Dachdeckerhandwerk fehlt es an Arbeitskräften. Die Fachkräftelücke bedroht damit mittelfristig das Wirtschaftswachstum – da hilft auch kein milliardenschweres Sondervermögen.

Viele Hände, schnelles Ende, heißt es. Bei den Dachdeckern und im SHK-Handwerk mangelt es eher an ausgebildeten Arbeitern. Dabei wächst der Bedarf sogar noch weiter. - © Maryna - stock.adobe.com/mit KI generiert

Zwar wurden in den vergangenen Monaten weniger Arbeitskräfte nachgefragt – und somit fiel die Fachkräftelücke etwas geringer aus – dennoch fehlen noch immer gut ausgebildete Arbeiter. Dieser Umstand könnte das angestrebte Wirtschaftswachstum hemmen. Und das gilt insbesondere mit Blick auf das Sondervermögen Infrastruktur. "Hier könnte der Fachkräftemangel zum Spielverderber werden, denn neben den finanziellen Mitteln braucht es auch Hände zur Umsetzung der zukünftigen Projekte", sagte Gero Kunath vom Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (Kofa) in Köln und Studienleiter der jüngsten Kofa-Studie.

Viele offene Stellen im SHK-Handwerk

So ist laut Kofa im März jede dritte offene Stelle unbesetzt geblieben – insgesamt rund 387.000. Im Gegensatz zum Vorjahr waren dies sogar 17,5 Prozent weniger. Dennoch gibt es der Studie zufolge immer noch Bereiche mit vielen offenen Stellen. Besonders hoch sei dies im Bereich der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. In diesem Berufsfeld konnten demnach im März mehr als 12.000 Stellen rechnerisch nicht besetzt werden. "Dieser Mangel gefährdet insbesondere die Umsetzung klimafreundlicher Projekte wie die Umrüstung von Heizanlagen oder den Ausbau von Photovoltaik-Anlagen", warnen die Arbeitsmarkt-Experten.

Branche sorgt seit Jahren für mehr Beschäftigung

Der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) ist sich der anhaltenden Fachkräftenachfrage und der zahlreichen unbesetzten Stellen in den Betrieben bewusst. Besonders Monteure werden laut einer Umfrage unter Innungsbetrieben dringend gesucht. Gleichzeitig zeigen die Zahlen des Verbands, dass die Branche seit Jahren kontinuierlich wächst. So ist die Zahl der Beschäftigten seit 2015 – abgesehen von einem leichten Rückgang um 0,4 Prozent im Jahr 2024 – stetig gestiegen und liegt mit 391.000 Beschäftigten inzwischen deutlich über dem früheren Niveau von 357.000 Beschäftigten. Aufgrund der eingetrübten Konjunktur meldeten 2024 allerdings auch weniger Betriebe offene Stellen. Die Branche steht außerdem unter Druck durch den Rückgang im Neubau sowie eine spürbare Verunsicherung am Markt. Auch bei der Ausbildung macht sich dies bemerkbar: Die Zahl der neu abgeschlossenen Lehrverträge im Beruf Anlagenmechaniker SHK sank von 15.132 auf 14.655. Sie liegt damit zwar leicht unter dem Vorjahr, aber weiterhin über dem Niveau der Jahre 2014 bis 2023, wie es weiter heißt.

Dachdecker bilden mehr aus

Engpässe gibt es laut Studie auch bei den Dachdeckern. Hier hätten mehr als 3.000 qualifizierte Fachkräfte gefehlt. Für den Zentralverband Deutsches Dachdeckerhandwerk ein bekanntes Problem. Dennoch spürt auch das Dachdeckerhandwerk die Flaute am Bau, wie die Zahlen der Beschäftigten zeigen. Denn auch hier ging es von 63.798 Angestellten im Jahr 2023 auf 62.330 leicht zurück. Gleichzeitig ist es der Branche gelungen, die Zahl der neuen Ausbildungsverträge um 5,2 Prozent auf 3.105 zu erhöhen.

Als Fachkräftelücke wird die Anzahl der offenen Stellen bezeichnet, für die es rein rechnerisch keine passend qualifizierten Arbeitslosen gibt. Das Kofa ist beim arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft (IW) angesiedelt.