Die von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) geplante Vollbeschäftigung ist nach Ansicht des Wirtschaftsexperten Michael Hüther "erst einmal Programmatik und Wunschdenken".
Vollbeschäftigung ist Wunschdenken
Der "Neuen Presse" aus Hannover sagte der Direktor des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft: "Im Augenblick macht Mut, dass die Beschäftigungsentwicklung eine Breite annimmt, wie wir sie lange nicht gekannt haben – auch in dem kurzen Boom Ende der 90er Jahre nicht." Dies sei aber kein Selbstläufer. "Wenn die Politik Vollbeschäftigung als Ziel nennt, muss sie Maßnahmen nennen, um es zu erreichen. Im Moment ist sie dabei, die Dinge zu behindern, mit Rücknahme von Arbeitsmarktreformen und einer völlig überhöhten Diskussion über Mindestlöhne", rügte der Wirtschaftsexperte.
Deutschland sei insgesamt durch die Arbeitsmarktreformen flexibler geworden. Hüther betonte: "Das hat mit Arbeitszeitflexibilisierung, Befristungsregeln und der Nutzung auch von Teilzeit zu tun".
Der Institutsdirektor lobte die deutschen Unternehmen, die so gut aufgestellt seien, "dass trotz konjunktureller Wolken und Verunsicherungen die Erfolgsstory am Arbeitsmarkt fortgeschrieben wird".
ddp