Die Sommer- und Werksferien in zahlreichen Bundesländern dürften die Arbeitslosigkeit nach Einschätzung von Experten im Juli leicht angehoben haben. Sie bleibt aber wohl weiter deutlich unter der Drei-Millionen-Marke. Von der Nachrichtenagentur dapd am Mittwoch befragte Volkswirte rechnen mit einer Zunahme im Vergleich zum Vormonat zwischen 38.000 und 50.000.
Volkswirte rechnen mit gestiegener Arbeitslosigkeit im Juli
Nürnberg (dapd). Die Sommer- und Werksferien in zahlreichen Bundesländern dürften die Arbeitslosigkeit nach Einschätzung von Experten im Juli leicht angehoben haben. Sie bleibt aber wohl weiter deutlich unter der Drei-Millionen-Marke. Von der Nachrichtenagentur dapd am Mittwoch befragte Volkswirte rechnen mit einer Zunahme im Vergleich zum Vormonat zwischen 38.000 und 50.000. Im Juni war die Zahl der Jobsuchenden um 67.000 auf 2,893 Millionen gesunken.
Die - im Durchschnitt der vergangenen Jahre - moderate Zunahme im Juli sei zum einen auf Schulabgänger zurückzuführen, die sich vor der Aufnahme eines Studiums oder einer Ausbildung vorübergehend arbeitslos gemeldet haben, sagte Volkswirt Rolf Schneider von der Allianz Economic Research. Zum anderen aber auch darauf, dass Betriebe vor den Sommerferien selten neue Mitarbeiter einstellen und zudem befristete Verträge ausgelaufen sind.
Schneider geht von einem Plus um 38.000 aus. "Der Arbeitsmarkt bleibt insgesamt gesehen aber freundlich", fügte er hinzu. Bis zum Jahresende sollte die Zahl der Jobsuchenden sogar auf 2,7 Millionen zurückgehen.
Alexander Koch von der UniCredit in München und Hans-Ulrich Brautzsch vom Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) sehen eine Zunahme um etwa 50.000.
Unternehmen sind nicht mehr ganz so euphorisch
"Wir denken, dass die größte Dynamik am Arbeitsmarkt vorbei ist", sagte Koch. Brautzsch sprach dagegen vom "typischen Sommerloch". Allerdings schließt auch er nicht aus, dass sich allmählich die verhaltene Wirtschaftsentwicklung bemerkbar machen könnte. "Die Einstellungsbereitschaft der Unternehmer lässt etwas nach, sie sind nicht mehr ganz so euphorisch, was die Konjunktur angeht", erläuterte er.
Die Juli-Daten gibt die Bundesagentur für Arbeit (BA) am 28. Juli in Nürnberg bekannt.
dapd
