Große Rückrufaktion von VW: 2,6 Millionen Autos des Wolfsburger Konzerns müssen zurück in die Werkstätten. Auch ein Vorzeigemodell aus der Nutzfahrzeugsparte ist betroffen.

Mit dem womöglich größten Rückruf in der Unternehmensgeschichte holt Volkswagen auf einen Schlag mehr als 2,6 Millionen Autos in die Werkstätten. Laut Unternehmensangaben sind PKW und Nutzfahrzeuge mit Sieben-Gang-Automatikgetrieben der Marken Audi, Seat, Skoda sowie der Geländewagen Tiguan und der Pick-up Amarok betroffen.
Allein 800.000 Exemplare des VW Tiguan sollen wegen Reparaturen am Licht in die Werkstätten, wie der Konzern mitteilt. Hier sind es vor allem die Fahrzeuge der Herstellungsjahre von Anfang 2008 bis Mitte 2011. Allein in Deutschland gehe es um knapp 150.000 Autos. Auslöser ist eine mangelhafte Sicherung, die zum teilweisen Ausfall des Lichts führen kann. Volkswagen betont, dass kein Komplettausfall drohe.
Ölwechsel für VW mit Automatikgetriebe
Das Unternehmen bietet einen Ölwechsel für alle Fahrzeuge mit Sieben-Gang-Automatikgetriebe an, die mit synthetischem Öl laufen. Ein Unternehmenssprecher sagt, es gehe dabei um insgesamt 1,6 Millionen Autos, auch bei den Töchtern Seat und Skoda.
In Deutschland sind laut VW-Sprecher 257.000 Fahrzeuge mit dem Automatikgetriebe betroffen. Obwohl das Problem vor allem in China auftrete, in anderen Ländern wenig und in Europa "gar nicht", rufe VW dennoch weltweit alle betroffenen Fahrzeuge in die Werkstätten, betont der Sprecher.
Auch VW-Amarok ist betroffen
Darüber hinaus ruft die VW-Nutzfahrzeugtochter 239.000 Amarok-Modelle wegen möglicher Lecks an Kraftstoffleitungen zurück. In Deutschland trifft der Rückruf 12.359 Exemplare des Offroaders. Der Rückruf gelte für alle bis Juni dieses Jahres gebauten Pick-ups.
Vor knapp zehn Jahren hat Volkswagen wegen Frostschäden an Aluminiummotoren mehr als eine Million Autos zurückgerufen. Auch damals sind die Schwestermarken Seat und Skoda betroffen gewesen. Nur Wochen später sind 850.000 andere Motoren von Volkswagen und Audi betroffen gewesen.
Die Ursachen im aktuellen Fall dürften indes nur zu einem Teil direkt bei Volkswagen liegen. In Konzernkreisen heißt es, die Probleme mit den Tiguan-Sicherungen sowie den Benzinleitungen beim Amarok seien auf Fehler bei Zulieferern zurückzuführen. Bei den Sieben-Gang-Automatiksystemen stehe indes VW selbst in der Pflicht, da es eine Eigenentwicklung ist. dhz/dpa