Geschäftsentwicklung Volks- und Raiffeisenbanken erhöhen Marktanteile und steigern Gewinn

Die Volks- und Raiffeisenbanken haben im abgelaufenen Geschäftsjahr ihren Marktanteil im Kredit- und Einlagengeschäft ausgebaut und ihren Gewinn gesteigert. Auch für dieses Jahr rechnen sie mit weiteren Zuwächsen.

Karin Birk

Die Volks- und Raiffeisenbanken blicken auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück. - © Foto: VR

"Wir sehen große Geschäftschancen im gewerblichen Geschäft und im Firmenkundengeschäft", sagte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), Uwe Fröhlich, in Berlin. Ob allerdings wie im Vorjahr geringere Margen durch größere Volumina kompensiert und das Ergebnis insgesamt verbessert werden könne, bliebe abzuwarten. Vorsichtshalber rechnet Vorstand Andreas Martin lieber mit einem "Ergebnis leicht unter Vorjahresniveau". Dabei hatten die 1101 Genossenschaftsbanken ihren Jahresüberschuss 2012 um 3,9 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro und die Zahl der Mitglieder um knapp 350.000 auf 17,3 Millionen erhöht.  

Um auch künftig wettbewerbsfähig zu sein, wollen die Genossenschaftsbanken die Internetpräsenz weiter ausbauen und das Filialnetz geringfügig straffen. Von der Politik erwartet der Verband Augenmaß bei der Bankenregulierung. Fröhlich warnte davor, dass bewährte Universalbankensystem in ein Trennbankensystem umzubauen. Die Kunden erinnerte der Vorstand daran, die eigenen Buchhaltungssysteme schon jetzt auf das ab Februar 2014 national und international geltende SEPA-Format für Überweisungen und Lastschriften umzustellen.

Mit Blick auf die Politik der Europäischen Zentralbank sagte Fröhlich, eine anhaltende  Niedrigzinsphase dürfe kein Dauerzustand bleiben. „Niedrigzinsen bieten den Bundesbürgern geringe Anreize zur Geldvermögensbildung und schwächen die Zukunftsvorsorge“, warnte er. Sollte die Konjunktur anspringen, müsse die EZB wieder an der Zinsschraube drehen.  Fröhlich verwies auf die seit 2008 kontinuierlich abnehmende Sparquote und die zunehmenden Investitionen in Realwerte. Von einer Immobilienblase könne allerdings noch keine Rede sein, sagte er.  

Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben die Genossenschaftsbanken nach eigenen Angaben beim Kreditgeschäft um 4,4 Prozent auf 443 Milliarden Euro zugelegt und  ihren Marktteil um 15,5 auf 16,4 Prozent erhöht. Bei den Einlagen nahm der Marktanteil um 0,3 Prozent auf 16,3 Prozent zu. Dabei legten die Einlagen um 3,5 Prozent auf 542 Milliarden Euro zu. Unter dem Strich erwirtschaftete die Volks- und Raiffeisenbanken mit ihren nahezu unverändert 160.000 Beschäftigten einen Vorsteuergewinn von 7,4 Milliarden Euro. Ein Plus von knapp sechs Prozent. Margenverschlechterungen bei Zinsen und Provisionen konnten dabei durch höhere Volumina wettgemacht werden. Verwaltungsaufwendungen sind nach Verbandsangaben nur geringfügig gestiegen. Darüber hinaus habe sich die Erholung an den Finanzmärkten und die bessere wirtschaftliche Lage vieler Kunden in einer geringeren Risikovorsorge und einem besseren Bewertungsergebnis für Wertpapiere bemerkbar gemacht, hieß es weiter.

"Für die Genossen bedeutet das eine durchschnittliche Dividende von unverändert rund 5,5 Prozent", sagte Vorstandsmitglieder Martin.