Visualisierungen erleichtern das Lernen, indem sie komplexe Inhalte verständlich und einprägsam darstellen. Ausbildungsberater Peter Braune erklärt, wie Ausbilder mit einfachen Mitteln wie Grafiken, Zeichnungen und Mindmaps den Lernprozess effektiv unterstützen können.

Veranschaulichung, Sichtbarmachen oder Visualisierung bedeutet, dass eine Ausbilderin oder ein Ausbilder komplexe Informationen, Daten oder Zusammenhänge so aufbereitet, dass sie durch Schaubilder oder andere visuelle Darstellungen leichter erfasst werden können.
Damit lassen sich beispielsweise Unterweisungen oder Übungen erfolgversprechend vorbereiten, Zusammenhänge übersichtlich darstellen oder alltägliche Situationen vereinfacht erklären. Verschiedene Methoden fördern zudem den Meinungs- und Gedankenaustausch.
Methoden der Visualisierung
Zur Visualisierung können unter anderem folgende Mittel verwendet werden:
- Zeichnungen
- Skizzen
- Schrift- und Bildkombinationen
- Grafiken
- Mindmaps
- Concept Maps
- Sequenzdiagramme
- Abbildungen
- Fotografien
- Wandzeitungen
- Plakate
- Fachlandkarten
- Schaubilder
- Animationen
- Simulationen
- Videos
- Virtuelle Darstellungen
Es gibt viele Gründe, Inhalte visuell darzustellen. Lehrlinge können dadurch beispielsweise:
- Wissen strukturieren und übersichtlich darstellen
- schwierige Zusammenhänge besser verstehen
- einen klaren Überblick gewinnen
- nachhaltiger und intensiver lernen
- Ursachen erkennen oder Abläufe bestimmen
- ihr kurz- und langfristiges Gedächtnis stärken
- Probleme effizienter lösen
- Texte gründlich erfassen
- wesentliche Aussagen besser verstehen
- betriebliche Abläufe erkennen
- verstehen, wie eine Maschine funktioniert
- Verbindungen zwischen verschiedenen Lernzielen begreifen
Vorteile von Visualisierungen im Lernprozess
Visualisierte Inhalte bleiben nachweislich länger im Gedächtnis und fördern das Verständnis. Daher eignen sie sich hervorragend als Methode während der Lehrzeit.
Für einfache Visualisierungen reichen bereits Flipchart und Pinnwand. Die grundlegendsten Hilfsmittel sind weiße Papierblätter, ein Stift und ein Radiergummi. Viele weitere Materialien können bei einschlägigen Fachunternehmen erworben werden oder werden von Partnerunternehmen bereitgestellt, mit denen der Lehrbetrieb zusammenarbeitet.
Lehrlinge machen lassen
Es ist ebenfalls sinnvoll, Lehrlinge selbst visualisieren zu lassen. Das ist besonders effektiv, da es eine intensive geistige Auseinandersetzung mit dem Thema erfordert. So können sie beispielsweise einen Fachtext lesen und dazu eine Abbildung zeichnen – wodurch eine Verknüpfung zwischen Text und Bild entsteht.
Auch digitale Visualisierungen bieten zahlreiche Möglichkeiten. Mit einem Beamer oder einem Whiteboard können Ergebnisse anschaulich präsentiert werden. Eine Dokumentenkamera ist ebenfalls ein hilfreiches Werkzeug: Sie ermöglicht es, Arbeitsergebnisse unkompliziert vorzustellen und gemeinsam zu besprechen.
Ihr Ausbildungsberater Peter Braune
Peter Braune hat Farbenlithograph gelernt, war Ausbilder und bestand in dieser Zeit die Ausbildungsmeisterprüfung. Er wechselte als Ausbildungsberater zur Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main. Dort baute er dann den gewerblich-technischen Bereich im Bildungszentrum auf und leitete die Referate gewerblich-technischen Prüfungen sowie Ausbildungsberatung, zu der auch die Geschäftsführung vom Schlichtungsausschuss gehörte. Danach war er Referent für Sonderprojekte.