75 Vertragswerkstätten untersuchte der ADAC in einer bundesweiten Stichprobe. Das Ergebnis: Viele Betriebe arbeiten mit wenig Sorgfalt. Ein Lob gibt es für die Mercedes-Werkstätten.
Viele Werkstätten arbeiten unsorgfältig
In mehr als einem Viertel der vom ADAC untersuchten 75 Betriebe wurden nicht alle eingebauten Fehler gefunden. Schlimmer noch: Die Autofahrer mussten auch für Arbeiten bezahlen, die überhaupt nicht ausgeführt wurden. Dabei steht die Kontrolle aller geprüften Punkte in den Wartungslisten, die nach Herstellervorschrift zu befolgen sind.
Herausragend im ADAC-Test waren die fünf getesteten Mercedes-Werkstätten. Alle Betriebe schnitten mit der Note "sehr gut" ab. Beim Beheben technischer Mängel ebenso wie im Service. Insgesamt schnitten knapp zwei Drittel der geprüften Werkstätten mit "sehr gut" ab. Vier Prozent bekamen ein "ausreichend" oder "mangelhaft". Enttäuschend ist laut ADAC das Ergebnis einer Toyota-Werkstatt, in der vier von fünf Mängeln unbeachtet blieben und auch noch ein unnötiges Zusatzmittel berechnet wurde.
Hauptkritikpunkt beim ADAC-Check: Die von den Herstellern klar vorgeschriebenen Arbeiten wurden nicht immer rundum erledigt, wohl aber stets vollständig berechnet. Durch das Finden aller fünf eingebauten Fehler waren 60 Punkte zu erreichen. Die Servicequalität ging mit 40 Punkten in die Wertung ein. Dazu zählen Details wie telefonische Terminvereinbarung, Fahrzeugabgabe, Auftragsannahme, Auftragserweiterung, Fahrzeugabholung und Rechnungsstellung.
Rechnungen, die nicht verständlich sind, stehen ebenfalls in der Kritik des ADAC. Der Club rät daher dem Autofahrer, den Wagen zusammen mit dem Serviceberater anzuschauen und den Wartungsauftrag schriftlich zu erteilen. Stehen auf der Rechnung unverständliche Posten, sollte man unbedingt nachfragen und sich alles erklären lassen. Außerdem sollten Laien die Wartungslisten (die von 95 Prozent der Betriebe ausgehändigt wurden) genau lesen: So können sie viele der Prüfpunkte selbst kontrollieren. Wenn etwa eine Glühlampe der Beleuchtung weiterhin defekt ist, sollte der Verbraucher sofort reklamieren.
Werkstätten sollten ihre Stundensätze deutlich auf die Rechnung schreiben. So kann der Kunde vergleichen. Und: Keine ungefragten Zusatzarbeiten ohne eindeutige Notwendigkeit und ohne Rücksprache mit dem Kunden.
pc
