Nachwuchsmangel im Handwerk Viele Lehrstellen sind noch unbesetzt

Kurz vor Beginn des neuen Ausbildungsjahres suchen viele Handwerksbetriebe noch immer nach neuen Lehrlingen. Rund 20.000 Stellen sind nicht besetzt. Der Branche mache der Mangel an qualifizierten Fachkräften zu schaffen, sagte ZDH-Präsident Otto Kentzler.

Viele Handwerksbetriebe haben Probleme geeignete Nachwuchskräfte zu finden. Foto: dapd

Viele Lehrstellen sind noch unbesetzt

"Es wird immer schwieriger, die Lehrstellen zu besetzen, vor allem im Osten", fügte Kentzler hinzu. Da die Zahl der Schulabgänger sinke, stiegen nun die Chancen für schwache Bewerber. Kentzler kritisierte: "320.000 Jugendliche in schulischen Warteschleifen, bezahlt von den Arbeitsagenturen, sind zu viel." Vielmehr müssten diese jungen Leute durch eine praxisnahe Berufsvorbereitung in den Betrieben an eine Lehre herangeführt werden.

Bewerberzahl hält mit guter Konjunktur nicht mit

41 Prozent der Betriebe hätten Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung, jeder vierte davon habe trotz intensiver Bemühungen kein geeignetes Personal finden können. Der ZDH-Präsident führte das zum einen auf einen "wirtschaftlichen Aufschwung in so gut wie allen Branchen" zurück. Zum anderen meldeten sich "oft nur Bewerber mit unzureichenden Kenntnissen". 39 Prozent der Betriebe kritisierten außerdem eine mangelnde Arbeitsbereitschaft. "Wir erwarten schon, dass die Leute auch arbeiten wollen", sagte Kentzler.

Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, beschäftigen die Handwerksbetriebe in Deutschland laut einer Zählung von 2008 rund fünf Millionen Menschen. Damit sei das Handwerk noch stärker als bislang angenommen, sagte Kentzler. Der ZDH hatte mit knapp 4,5 Millionen Beschäftigten gerechnet. Zuletzt hatten die Statistiker 1995 entsprechende Zahlen vorgelegt. Die aktuellen Daten zeigten die zentrale Bedeutung des Handwerks für den Wirtschaftsstandort Deutschland.

dapd