Der Sanitätsdienst der Bundeswehr soll nach dem Willen von Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) eine eigenständige Teilstreitkraft bleiben. Das sei in der letzten Zeit umstritten gewesen, er werde aber daran festhalten, sagte der CDU-Politiker am Freitag bei seinem Antrittsbesuch des Zentralen Sanitätsdienstes in der Gäuboden-Kaserne im niederbayerischen Feldkirchen.
Verteidigungsminister verfolgt Rettungsübung in Niederbayern
Feldkirchen (dapd-bay). Der Sanitätsdienst der Bundeswehr soll nach dem Willen von Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) eine eigenständige Teilstreitkraft bleiben. Das sei in der letzten Zeit umstritten gewesen, er werde aber daran festhalten, sagte der CDU-Politiker am Freitag bei seinem Antrittsbesuch des Zentralen Sanitätsdienstes in der Gäuboden-Kaserne im niederbayerischen Feldkirchen.
Der Ruf des Sanitätsdienstes habe sich deutlich verbessert, lobte de Maizière: "Wenn man das heute mit meiner eigenen Bundeswehrzeit vergleicht, ist das schon ein großer Unterschied. Das ist eine tolle Leistung." Der Sanitätsdienst habe innerhalb der Bundeswehr eine große Bedeutung, weil er gut und eng mit den anderen Teilstreitkräften zusammenarbeite. Heute müsse ein Sanitäter auch Infanterist sein, und ein Infanterist müsse auch die Erstversorgung von Verwundeten vornehmen können, sagte der Minister. "Das machen wir nicht aus Not, sondern, weil es vor Ort erforderlich ist." Das zeichne eine moderne Bundeswehr aus.
Der Minister verfolgte eine Rettungsübung auf dem 200 Hektar großen Gelände der Kaserne. Der Zentrale Sanitätsdienst bildet unter anderem für den sanitären Einsatz im Ausland aus. Soldaten simulierten vor dem Minister einen Auslandskriegseinsatz, bei dem es zu einem fiktiven Gefecht kam. Ärztetrupps demonstrierten an zwei als verletzt geschminkten Statisten die Rettungskette von der Bergung aus gepanzerten Fahrzeugen und der notfallmedizinischen Versorgung über den Krankentransport mit Hubschrauber bis zur operativen Versorgung im Rettungszentrum im Feldlager.
Näheres zur geplanten Bundeswehrreform wollte der Minister nicht sagen. Jetzt stehe die "Feinausplanung" an. Vor den Soldaten in Feldkirchen bat er um Verständnis für die kommenden Umstrukturierungen in der Bundeswehr. Details würden im Herbst bekannt gegeben. Dann sollen die Entscheidungen über Standorte fallen. Am Mittwoch hatte der Minister in Berlin die Pläne zur Bundeswehrreform vorgestellt. Unter anderem sollen die Streitkräfte von derzeit 220.000 auf bis zu 185.000 Soldaten verkleinert und mehrere Standorte geschlossen werden. Die Standortfragen stehen aber erst im Herbst zur Entscheidung an.
dapd
