Goldene Regeln für den optimalen Schutz Versicherungsvertrag: Diese drei Dinge müssen Sie immer beachten

Wer einen Versicherungsvertrag abschließen möchte, muss sich nicht nur auf die Suche nach einer passenden und günstigen Police machen, die genau den Schutz bietet, den man haben möchte. Zusätzlich gibt es bei jeder Versicherung grundsätzliche Regeln, die jeder vor der Unterschrift unter den Vertrag beachten sollte.

Versicherungsvertrag: Diese drei Dinge müssen Sie immer beachten

Egal, ob er eine Hausratversicherung, eine Lebensversicherung oder einen anderen Schutz haben möchte. Vor der Unterschrift unter einen Versicherungsvertrag sollte jeder Antragsteller immer den Existenz-Test machen. Dafür beantwortet man sich einfach nur die Frage, ob ein möglicher Schaden in der gewählten Versicherungssparte wirklich existenziell bedrohlich wäre, wenn man keine Versicherung hätte. Bei der einen oder anderen Police wird man nach ein bisschen Überlegen zu dem Ergebnis kommen, dass man einen Schaden problemlos aus eigener Tasche bezahlen könnte – und damit ist eine Versicherung schlicht überflüssig und sollte nicht abgeschlossen werden.

In den meisten Fällen ist der Abschluss einer Versicherung nicht so dringend, dass der Verbraucher seine Entscheidung nicht noch einmal überdenken kann. Grundsätzlich sollte man sich vor der Entscheidung für eine Versicherung immer noch etwas Zeit geben, bevor der Vertrag unterschrieben wird. Deshalb macht es auch wenig Sinn, Verträge direkt nach einem Beratungsgespräch zu unterschrieben, auch wenn der Makler oder Vertreter das verständlicherweise gerne möchte. Ideal ist es, eine Nacht über die Entscheidung nachzudenken, damit später auftauchende Fragen geklärt werden können, bevor der Vertrag unterschrieben ist.

Niemand würde schließlich ein Auto kaufen, ohne sich die Prospekte und Kataloge Dutzende Male durchgeschaut zu haben – das gilt auch für weit weniger teure Artikel wie MP3-Player, DVD-Recorder oder Handys. Den Wert der eigenen Arbeitskraft, den Hausrat oder die eigene Immobilie aber versichern viele Verbraucher, ohne die Bedingungen vorher gelesen und verstanden zu haben. Kein Wunder, dass es so oft Streit zwischen Verbrauchern und Versicherern gibt.

Im Gegensatz zu ihren Kunden wissen Versicherer natürlich genau, was im "Kleingedruckten" steht, während Verbraucher sich auf die wertlosen Aussagen des Vertreters oder ihr Halbwissen verlassen haben. Die Versicherungsbedingungen sind das Wichtigste eines jeden Versicherungsvertrages – sie regeln, wann es Geld gibt und wann die Kasse der Assekuranz nicht zahlt. Deshalb muss jeder Antragsteller wissen, was in den Bedingungen steht und sich schwer verständliche Passagen am besten schriftlich erklären lassen. Nur wer die Versicherungsbedingungen wirklich liest, der weiß auch, wie gut er versichert ist.

Auch wenn es manchmal anders scheint, die meisten Versicherungsverträge sind nicht dafür gemacht, gleich über mehrere Jahre abgeschlossen zu werden. Nicht umsonst räumt das neue Versicherungsrecht eine Kündigungsmöglichkeit bei allen Verträgen nach drei Jahren ein. Bei manchen Versicherungen macht es natürlich Sinn, dass sie sehr lange laufen – wie beispielsweise die Berufsunfähigkeitsversicherung. Aber die Hausratversicherung? Die kann man problemlos jedes Jahr neu abschließen, ohne dass es für den Kunden Nachteile bringt. Von den lang laufenden Verträgen profitieren einzig die Vertreter – deren Provision ist höher, je länger der Vertrag läuft.

Die Antragsformulare der Versicherer sind für viele Verbraucher eine Zumutung und selbst mit viele gutem Willen kaum fehlerfrei auszufüllen. Wer allerdings vorsätzlich falsche Angaben macht, kann sich den Vertrag auch gleich sparen. Wer auffliegt, der verliert den Versicherungsschutz, weil die Versicherung den Vertrag anfechten kann. Und damit steht man dann genau ohne den Schutz da, den man sich eigentlich sichern wollte.

Oliver Mest/ddp