Machen Sie den Existenztest Durchblick im Versicherungsdschungel

Was absichern, wie lange und zu welchen Bedingungen? Wer einen Versicherungsvertrag abschließen möchte, sollte sich umfassend informieren. Vor allem das Kleingedruckte bereitet gilt es genau zu studieren. Doch wer ein paar Grundregeln beachtet, findet schneller den passenden und wirklich notwendigen Schutz.

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    In Versicherungsverträgen verstecken sich viele kleine Klauseln, die ein Laie nicht verstehen kann. Wer einen Makler zur Hilfe nimmt, sollte trotzdem kritisch bleiben und über die Notwendigkeit der Versicherung nachdenken.
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    Damit Kunden bei der Auszahlung ihrer Versicherung nicht auf zu viel Geld verzichten müssen, soll eine Härtefallregelung eingeführt werden.

Beim Abschluss einer Versicherung gibt es grundsätzliche Regeln, die jeder vor der Unterschrift unter den Vertrag beachten sollte - egal, ob er eine Hausratversicherung, eine Lebensversicherung oder einen anderen Schutz haben möchte.

Eine Grundregel lautet: Vor der Unterschrift unter einen Versicherungsvertrag sollte jeder Antragsteller immer den sogenannten Existenz-Test machen. Dafür sollte einfach nur die Frage beantwortet werden, ob ein möglicher Schaden in der ausgewählten Versicherungssparte wirklich existenziell bedrohend wäre, wenn man keine Versicherung hätte. Bei der einen oder anderen Police wird der Betroffene dann nach etwas Überlegung zu dem Ergebnis kommen, dass er einen Schaden problemlos aus eigener Tasche bezahlen könnte. Fällt die Antwort so aus, ist eine solche Versicherung schlicht überflüssig und sollte nicht abgeschlossen werden.

Nichts übereilen

Eine weitere Regel, die jeder beherzigen sollte, lautet: Eine Nacht über die Entscheidung zu schlafen und erst dann zu entscheiden. In den meisten Fällen ist der Abschluss einer Versicherung nämlich nicht so dringend, dass der Verbraucher seine Entscheidung nicht noch einmal überdenken könnte. Grundsätzlich sollte sich jeder vor der Entscheidung für eine Versicherung immer etwas Zeit geben, bevor der Vertrag unterschrieben wird.

Deshalb ist es auch wenig sinnvoll, Verträge direkt nach einem Beratungsgespräch zu unterschreiben, auch wenn der Makler oder Vertreter aus naheliegenden Gründen darauf dringt. Ideal ist es, eine Nacht über die Entscheidung nachzudenken, damit später auftauchende Fragen geklärt werden können.

Auch wenn es manchmal im Beratungsgespräch anders klingt, sind die meisten Versicherungsverträge nicht per se dafür gemacht, gleich über mehrere Jahre abgeschlossen zu werden. Nicht umsonst räumt das neue Versicherungsrecht bei allen Verträgen eine Kündigungsmöglichkeit nach drei Jahren ein.

Versicherungen sind Wundertüten

Bei manchen Versicherungen ist es sinnvoll, dass diese sehr lange laufen. Dazu gehört die Berufsunfähigkeitsversicherung. Diese Police ist für den Verbraucher umso wertvoller, je länger sie läuft. Anders sieht es bei der Hausratversicherung aus. Die kann problemlos jedes Jahr neu abgeschlossen werden, ohne dass es für den Kunden Nachteile bringt. Von lang laufenden Verträgen profitieren hier einzig die Versicherungsvertreter. Deren Provision ist nämlich umso höher, je länger der Vertrag läuft.

Fazit: Versicherungspakete sind wie Wundertüten: Man weiß eigentlich nie so genau, was drin ist, meistens sind es aber Dinge, die man gerade nicht braucht. Optimaler Versicherungsschutz ist dagegen individueller Versicherungsschutz, der auf die eigene Situation angepasst ist. dapd