Wenn der Coffee-to-go-Becher statt in der Gelben Tonne im Altpapier landet, verhindert das Recycling. Sogenannte Fehlwürfe sind keine Seltenheit. Um diese zu vermeiden, können Bäckereien, Metzgereien & Co. bei der Aufklärungsarbeit helfen. Kostenloses Infomaterial unterstützt sie dabei.

Die Gesamtbilanz des Umweltbundesamts (UBA) klingt im Prinzip ganz gut: Die Recyclingquoten steigen. In den vergangenen Jahren konnte Recyclingwirtschaft mehr und mehr Metalle, Papier und Pappe, Glas und Kunststoffverpackungen aus den Abfällen der deutschen Haushalte aufbereiten und die Rohstoffe weiter nutzen. Allerdings könnte das noch mehr sein. Noch immer gibt es Probleme, die verhindern, dass das Abfall-Potenzial fürs Recycling in Deutschland ausgeschöpft werden kann.
Mehr Fehlwürfe im Verpackungsmüll
So hat das UBA in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der Zentralen Stelle Verpackungsregister (ZSVR) erst kürzlich auf die gestiegenen Mengen der Fehlwürfe hingewiesen. Konkret heißt das, dass immer noch viele Abfälle in den falschen Sammelbehältnissen landen. "Das führt zu erhöhten Sortier- und Recyclingaufwänden, steigenden Kosten und hat zudem auch geringere Sortiermengen nach Materialarten zur Folge, die für ein hochwertiges Recycling letztlich zur Verfügung stehen", heißt es von Seiten der Behörde.
So befinden sich nach Erkenntnissen des UBA zwischen 20 und 40 Prozent Restmüll in der Gelben Tonne oder dem Gelben Sack. Gleichzeitig landen viele gut recycelbare Verpackungen im Restmüll. Wie die aktuelle Auswertung zeigt, wurde Deutschland im EU-Vergleich bei der Sammelqualität abgehängt.
Doch diese wird zukünftig immer wichtiger – vor allem auch, da recycelte Rohstoffe benötigt werden. Ab 2030 müssen alle Verpackungen recyclingfähig sein und die Unternehmen aufgrund neuer EU-Vorschriften in ihren Verpackungen bestimmte Mindestanteile an zurückgewonnenen Sekundärrohstoffen einsetzen. Um Verpackungen insgesamt umweltfreundlicher zu machen, trat am 11. Februar 2025 außerdem die EU-Verpackungsverordnung (PPWR) in Kraft. Sie hat unter anderem das Ziel, Verpackungsabfälle in der EU zu reduzieren und das Recycling sowie die Wiederverwendung von Verpackungen zu fördern. Dabei ist zukünftig auch eine Kennzeichnungspflicht für Verpackungen vorgesehen. "Diese umfasst unter anderem auch Hinweise für die richtige Mülltrennung auf den Verpackungen", erklärt Axel Subklew, der Sprecher der Initiative "Mülltrennung wirkt", zu der sich die dualen Systeme in Deutschland zusammengeschlossen haben.
Verpackungsmüll und Co.: Mehr Aufklärung für die richtige Mülltrennung
Wann es diese Hinweise wirklich geben wird, ist bislang noch unklar. So muss Aufklärungsarbeit für die richtige Mülltrennung noch auf anderem Weg betrieben werden. Betroffen sind dabei auch Betriebe aus dem Lebensmittelhandwerk, denn das, was sie oftmals zum Außer-Haus-Verzehr anbieten bzw. die dabei verwendeten Verpackungen gehören zum Problemfeld der Fehlwürfe. So landen Coffee-to-go-Becher, Pommesschalen oder Aluminiumbehälter von Currywurst und Co. oftmals in den falschen Abfallbehältern, weil die Konsumenten nicht wissen, wie diese zu entsorgen sind.
Axel Subklew kann dies zwar nicht mit Zahlen belegen. "Aber unserer Einschätzung nach, geraten zum Beispiel Coffe-to-go-Becher häufig fälschlicherweise in der Altpapiersammlung", sagt er. "Dabei bestehen sie in der Regel aus Papierfasern und einer dünnen Kunststoffbeschichtung und gehören deshalb in die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack." Bei diesen Verpackungen sei es für Verbraucherinnen und Verbraucher aber offenbar schwierig zu erkennen, ob das Verpackungsmaterial vollständig aus Papier, Pappe oder Karton besteht oder die Verpackung mit Kunststoff oder anderem Material beschichtet ist. Ähnlich ist es bei Lebensmittelverpackungen für To-go-Speisen, die noch zu oft im falschen Abfall landen.
Grundsätzlich gilt: Kunststoffverpackungen oder Aluminiumschalen für warme und kalte Speisen kommen – ohne Essensreste – in die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack. Getrennt von der Schale, gehört auch die Abdeckung von Menüboxen, zum Beispiel aus Aluminium oder Folie, dort hinein. Ebenfalls ein Fall für die Gelbe Tonne und den Gelben Sack sind beschichtete Warmhaltebeutel, etwa für Pommes, Hähnchen oder Frühlingsrollen, sowie die Aluminiumverpackung von Dönern oder Wraps.
Infomaterial für Bäcker und Metzger
Axel Subklew erklärt, dass es wichtig sei, niemals Reste in der Verpackung zu lassen. Für das Recycling lohne es sich wirklich, den kleinen zusätzlichen Aufwand des Entleerens auf sich zu nehmen. "Essensreste können das Recycling von Verpackungen erheblich stören oder sogar verhindern. Alle Einwegverpackungen, ob Menüschale, Burger-Box oder die Aluminiumfolie vom Döner, müssen vor der Entsorgung in die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack restlos geleert werden." Ausspülen sei jedoch nicht notwendig. Ist die Verpackung nicht restentleert, muss man sie in den Restmüll werfen. Wichtig außerdem: Man sollte keine gebrauchten Servietten oder Küchenpapier in die Verpackungen stopfen, denn auch diese gehören in den Restmüll.
Beim Thema Mülltrennung und der besseren Aufklärung darüber, sind alle Menschen angesprochen und Betriebe wie Bäckereien und Metzgereien, die die Verpackungen mit in den Umlauf bringen, können gut bei der Aufklärungsarbeit helfen. Denn dafür ist noch einiges zu tun. Die Initiative "Mülltrennung wirkt" hat es sich daher zur Aufgabe gemacht, die Menschen über richtige Abfalltrennung zu informieren. Um Betriebe dabei zum Mitmachen zu motivieren, gibt es auf der Website von "Mülltrennung wirkt" Info-Plakate, Flyer und digitales Material, die man kostenlos nutzen kann.